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Teures Spiel

Mit Leasing, Finanzierung und zusätzlichen Marken suchen die deutschen Autohändler den Weg aus den Verlusten.

Jetzt gibt es Autos sogar fast umsonst. Na ja, wenigstens auf den ersten Blick, denn einige Opel-Modelle wird es nach Angaben des Herstellers bald wieder zu besonders günstigen Bedingungen geben: Nach der üblichen Leasingsonderzahlung müssen Kurzentschlossene drei Jahre lang keine Monatsraten zahlen. Richtig billig wirkt auch das Angebot von Nissan. Für 99 Euro im Monat ist der Kleinwagen Micra zu haben, bei einer Anzahlung von nur 999 Euro.

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Die scheinbare neue Großzügigkeit der Hersteller ist freilich nichts anderes als ein Symptom des Mangels. Die Lage auf dem deutschen Automarkt ist unverändert hart. Am stärksten trifft der Kauffrust die Händler, die der verschärfte Rabattkampf vielfach ausgezehrt hat: Selbst wer etablierte Nobelmarken im Showroom hat, ist vor Verlusten nicht mehr sicher. So schreiben derzeit nach Schätzungen von Branchenexperten fast ein Viertel der deutschen BMW-Händler Verluste. Damit stehen die Bayern noch gut da. Nach Schätzungen des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) liegt die Quote bei einigen Marken deutlich über 50 Prozent.

Die Möglichkeiten, sich aus der Abwärtsspirale zu winden, sind begrenzt. Am bloßen Verkauf der Neufahrzeuge verdienen die meisten Händler schon seit Jahren kaum noch. Die Nettomarge liegt oft unter einem Prozent des Fahrzeugpreises. Ohne Werkstatt- und Ersatzteilgeschäft sind die meisten Händler inzwischen praktisch ohne Überlebenschance. Doch selbst diese Geldquelle sprudelt schwächer, weil die Kundschaft zu freien Werkstätten und Serviceketten abwandert. Das kann sie selbst bei jungen Autos gefahrlos tun, denn nach neuem EU-Recht erlischt die Neuwagengarantie nicht zwangsläufig, wenn der Wagen in einer Fremdwerkstatt gewartet wird.

Dazu kommt, dass immer weniger Kunden das Geld haben, ihre Autos bar zu bezahlen. "Durch die gestiegenen Fahrzeugpreise entscheiden sich immer mehr Kunden für Leasing- oder Finanzierungsangebote", sagt Peter Enders, Vorsitzender des BMW-Händlerverbandes.

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