Tipps vom ACE
Autoverkauf: Kalkulieren und die Nerven behalten

dpa/gms STUTTGART/LANDSBERG. Viele Personen, die ihr Auto privat verkaufen wollen, werden es nicht auf Anhieb los. Experten raten, nicht die Nerven zu verlieren. „Der Privatverkauf kann sich lohnen“, erklärt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart.

Mit der richtigen Verkaufsstrategie und etwas Verhandlungsgeschick ließen sich Gebrauchte privat immer noch besser losschlagen als beim Händler. Ein Händler zahle in der Regel nur den Händlereinkaufspreis. Der sei meist niedriger als der Preis, zu dem er den Wagen später weiterverkauft, schließlich will er an dem Geschäft noch verdienen. „Diese Differenz kann der Privatverkäufer schließen und entsprechend mehr für den Wagen verlangen.“

Doch das ist leicht gesagt. „Es ist ein bisschen wie ein Spiel“, räumt Magnus Geisler vom Adac-Technikzentrum in Landsberg (Bayern) ein. Den einen liege es mehr, den anderen weniger. Außerdem sei es von der Situation abhängig, ob man an die Sache gelassen herangeht oder sich unter Druck setzt: Muss der Alte weg, weil der Neue schon bestellt ist? Kann man den Wagen zur Not weiterfahren? Geisler rät, festzulegen, bis zu welcher Preisgrenze das Auto weggegeben würde.

Doch das geht nicht ohne Vorbereitung. Ohne die Marktlage zu kennen, sollte keine Anzeige geschaltet werden, warnt Hillgärtner. „Man muss den Zeitwert des Wagens wissen.“ Der Markt sei wegen der verfügbaren Informationen sehr transparent.

Der ACE-Sprecher empfiehlt, sich bei Marktbeobachtern wie der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) oder Eurotaxschwacke zu erkundigen, wie viel der Gebrauchte noch wert ist. Wichtige Kriterien für den Zeitwert sind neben Fahrzeugtyp und Baujahr die Ausstattung und Kilometer-Laufleistung. Die Zahl der Vorbesitzer sowie mögliche Unfallschäden wirken sich allerdings preismindernd aus.

„Privatverkäufer dürfen aber nicht so tun, als wären sie Händler“, sagt der ACE-Sprecher. Diese könnten auch deshalb höhere Preise verlangen, weil sie zur Gewährleistung verpflichtet sind. Privatverkäufer schlössen eine Haftung aber meist im Kaufvertrag aus. Als Faustformel zur Ermittlung eines Angebotspreises für eine Anzeige nennt Hillgärtner den Händlereinkaufspreis plus 15 bis 20 Prozent.

Alle diese Ratschläge hatte Corinna bei ihrem Mazda im Prinzip beherzigt. Der Wagen war im Oktober laut Schwacke-Liste noch 4 075 Euro wert, ein Händler wollte der 30-Jährigen noch 2 500 Euro zahlen. Im Internet hat sie ihn dann für 3 999 Euro angeboten. Ob es an dem weiteren Vorbesitzer lag, den 91 000 Kilometer auf dem Tacho oder dem reparierten Unfallschaden - warum sich kein Interessent gemeldet hat, kann die Hamburgerin nicht sagen. Sie will noch ein paar Tage abwarten und dann mit dem Preis heruntergehen.

Ihr wird wohl auch nichts anderes übrig bleiben, wie Jürgen Schönleber von der DAT in Ostfildern bestätigt: „Die eigene Preisvorstellung ist das eine. Zu diesem Preis auch einen Käufer zu finden, ist eine ganz andere Sache.“ Der DAT-Sprecher verweist auf die Gesetze des Marktes, wonach sich auch beim Gebrauchtwagenangebot alles über den Preis regelt: „Wenn ich ein Auto habe, das nicht zur Nachfrage passt, muss ich mit dem Preis heruntergehen.“

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