Tokyo Motor Show

Diesel bleibt, aber Alternativen werden besser

Kleiner, leistungsfähiger - und nicht mehr ganz so teuer: Volkswagens Dieselgate erhöht den Reiz alternativer Motoren. Vor allem die japanischen Autohersteller treiben Batterie- und Brennstoffzellentechnik voran.
Die Studie „IDS“ gibt einen Ausblick auf den nächsten Leaf, das bislang meistverkaufte Elektroauto der Welt, und beherrscht das autonome Fahren. Quelle: PR
Nissan blickt in die Zukunft

Die Studie „IDS“ gibt einen Ausblick auf den nächsten Leaf, das bislang meistverkaufte Elektroauto der Welt, und beherrscht das autonome Fahren.

(Foto: PR)

TokioVolkswagen hat mit dem Skandal um manipulierte Dieselmotoren auf der Tokyo Motor Show ein Thema in den Vordergrund gerückt, das die japanischen Hersteller dominieren. Sie wollen ihre Vorreiterrolle bei der Elektrifizierung des Antriebsstrangs ausbauen, die sie seit der Hybridauto-Offensive von Toyota und Honda sowie Nissans Vorstoß bei Elektroautos beanspruchen.

Einen Höhepunkt setzte Nissan bei der 44. Auflage des Messe-Heimspiels mit der Präsentation einer neuen Batterie, die die Reichweite des Modells Leaf von knapp über 200 auf rund 500 Kilometer ausdehnen soll. Der Stolz der Ingenieure ist, die Leistung des Akkus bei gleicher Größe von 24 auf 60 Kilowatt erhöht zu haben. Damit sei das Reichweitenproblem in ein paar Jahren erledigt, versprechen Nissans Ingenieure.

Ebenfalls in die Schlagzeilen schaffte es Hondas Antwort auf Toyotas erstes kommerzielles Brennstoffzellenauto, den Mirai, der inzwischen auch in Europa erhältlich ist. Clarity heißt Hondas Fließhecklimousine, die an Bord kohlendioxidfrei Strom aus der Reaktion von Wasser- und Sauerstoff herstellt.

Highlights der Tokyo Motor Show
Mehr Skulptur als Auto
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Eines der Highlights auf der 44. Tokyo Motor Show ist das mattrote Nissan Concept 2020. Zugriff auf das Fahrzeug werden zunächst die Gamer haben, die auf Sonys PS4 den Klassiker Gran Turismo zocken. Die Messe, bei der vor allem japanische Hersteller viele neue Konzepte und ungewöhnliche Visionen vorstellen, öffnet ihre Pforten bis zum 8. November. Weitere Schwerpunkte sind neue Konzepte für urbane Mobilität, autonome Fahrzeuge und Vernetzung.

Nissan Concept 2020
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Fans von Nissans Godzilla genannten Supersportwagen GT-R lesen an der kantigen und zerklüfteten Studie ab, welche Änderungen sich für die neue Generation des GT-R andeuten. die 2018 auf den Markt kommen soll. Man darf gespannt sein, ob das Handling verbessert wird und das Gewicht gesenkt werden kann.

Honda und der rasende Hocker
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Der Bedeutungswandel des Begriffs Feuerstuhl steht unmittelbar bevor, und Honda, ansonsten auch für Motorräder wie die Fireblade bekannt, trägt einen erheblichen Teil dazu bei. Hier sieht man Angestellte unterwegs am Messestand mit dem UNI-CUB. Der elektrisch betriebene Einsitzer hat Fußrasten und hinten winzige Stützräder, er wird durch Gewichtsverlagerung gelenkt. Wer sich nicht an Dokumente klammert, hat Gelegenheit, die Hände zum Gebet zu falten. Dann geht sie leise summend los, die wilde Fahrt. Die in Führung liegende Dame zeigt schon ein typisches Siegerlächeln.

Und nochmal Honda ...
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Wem der Uni Cub zu gefährlich vorkommt, und wer sich nicht als alternativ mobilisierter Draufgänger fühlt, der hat natürlich auch die Möglichkeit mit dem so genannten "Wander Stand" quasi einen Helm auf Rollen auszuprobieren. Sollte man dieses Angebot auf Europa ausdehnen wollen, empfehlen wir, zumindest den Namen zu überdenken.

Concept Car Tokyo Vision 2015 von Mercedes-Benz
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Natürlich kann Mercedes in diesem Messeumfeld nicht einfach ein normales Auto vorstellen. Aber diese silberglänzende Mischung aus Spaceshuttle und Wal auf Rädern überrascht dann doch. Schon allein wegen der beleuchteten Räder.

Man könnte ihn wegen der abgedunkelten Scheiben fast für einen Lieferwagen halten. Doch zeigt er einmal mehr, dass sich Mercedes zwar vorstellen kann, auf aktive Fahrer zu verzichten, nicht aber auf Luxus im Innenraum. Eine Lounge mit Internetanschluss ist der Tokyo Vision, mit Ledersofa für fünf, 26 Zoll großen Rädern und 4,80 Meter Länge ...

44th Tokyo Motor Show 2015
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So hip sind die Schwaben, dass sie Kühlergrill und Räder blau-weiß beleuchten. Innen sieht man zunächst weder Lenkrad noch Fahrersitz, die Studie soll - wie schon das Forschungsfahrzeug F015 - seinen Weg und das Ziel allein finden. Hinter der Flügeltür auf der linken Seite lernt intelligente Technik die Wünsche der Insassen in Sachen Infotainment und der Elektroantrieb bezieht seine Energie aus einer Brennstoffzelle.

Mercedes-Studie Vision Tokyo 2015
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Das Kennzeichen ist eine Projektion und das Heck wird von einer roten LED-Lichtinstallation eingerahmt. Innen gibt es zahlreiche Monitore, die fast nahtlos in Konsolen integriert sind, und die Scheiben sind so bedruckt, dass Übergänge scheinbar nahtlos werden. Möchte doch mal jemand selbst ins Lenkrad greifen, so gibt erst ein Knopfdruck ein Steuer und einen Fahrersitz frei, und dann das Kommando zurück an den Menschen.


Umgerechnet 57.000 Euro soll der Listenpreis des Honda-Modells betragen. Doch der eigentliche Fortschritt besteht darin, die Brennstoffzelle mit 100 Kilowatt Leistung auf die Größe eines 6-Zylinder-Motors geschrumpft zu haben. Damit passt sie unter die Haube und schafft Platz im Innenraum. Toyota entschied sich, sein ebenfalls geschrumpftes Schwergewicht unter den Vordersitzen zu verstecken. Diese technische Meisterleistung schränkt allerdings den Fußraum ein.

Beide Neuheiten stehen auch für die staatliche Förderung alternativer Antriebe in Japan und für den Wettbewerb der Philosophien unter den ostasiatischen Autobauern. Die Regierung subventioniert sowohl den Ausbau von Zapfsäulen für Strom als auch für Wasserstoff massiv. Ein Ziel ist, bis 2050 eine Wasserstoffwirtschaft aufzubauen.

Diesel bleibt eine Schlüsseltechnik
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