Toyota als Vorbild
Neues Golf-Modell kommt früher

Die Produktion des aktuellen Modells ist zu teuer, deshalb läuft der günstiger gefertigte Nachfolger schon ab 2008 vom Band. Der Streit auf der Führungsebene flaut ab: Piëch entschuldigt sich bei Pischetsrieder.

FRANKFURT. Er ist das Aushängeschild von Volkswagen. Der VW Golf. Noch immer gilt er als das meistverkaufte Auto der Welt. In Deutschland hat er einer ganzen Generation, die in den Achtziger Jahren aufwuchs – der Generation Golf – ihren Namen gegeben. Doch von den aktuellen Querelen beim Wolfsburger Autokonzern bleibt auch er nicht verschont. Jetzt sickerten neue Details aus dem Sanierungsplan von VW-Chef Bernd Pischetsrieder durch: Das neue Golf-Modell soll nicht wie geplant im Jahr 2009, sondern schon 2008 auf den Markt kommen. Der Grund: Die aktuelle Version ist zu teuer. „Die Produktionskosten sollen gesenkt werden“, bestätigte ein mit den Planungen Vertrauter der Nachrichtenagentur „Reuters“. Das aktuelle Modell sei zu aufwändig produziert.

Toyota als Vorbild

Die Montage eines Golf dauert im Moment 48 Stunden. Vergleichbare Kompaktwagen von Konkurrenten werden in der Hälfte der Zeit zusammengeschraubt. VW-Markenchef Wolfgang Bernhard will dies schon länger ändern und hat Toyota als Vorbild ausgegeben. Der japanische Konzern schickt sich an, mit einer effizienten Produktion zum Weltmarktführer auf dem Automobilmarkt aufzusteigen. Besonders die Tür des aktuellen Golfs bereitet Volkswagen Sorgen. Hier sind ständige Nacharbeiten notwendig, die die Kosten für jeden Golf um 300 Euro erhöhen. „Das kriegt man in tausend Jahren nicht ordentlich hin“, sagte Bernhard dem „Spiegel“.

Gleichzeitig haben sich im Machtkampf auf der Führungsebene die Wogen ein wenig geglättet. Nach Angaben des „Focus“ hat sich der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch bei Vorstandschef Pischetsrieder entschuldigt. Piëch hatte in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ gesagt, es sei „eine wirklich offene Frage“, ob der im Jahr 2007 auslaufende Vertrag Pischetsrieders verlängert werde. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat würden gegen den Vorstandsvorsitzenden votieren. Pischetsrieder hatte zuvor ein Umstrukturierungsprogramm für die Kernmarke VW angekündigt, von der mehr als 20 000 Stellen betroffen sein könnten. Jetzt ruderte Piëch zurück.

Nach Angaben des „Focus“ habe der Aufsichtsratsvorsitzende in Telefonaten mit Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Niedersachsens Ministerpräsidenten Christian Wulff versichert, er habe Pischetsrieder nicht schaden wollen. Sein Ziel sei es gewesen, ihn auf Widerstand der Arbeitnehmervertreter hinzuweisen. VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh hat diesen Widerstand indes bestritten: „Wir als Arbeitnehmervertreter sind nicht für oder gegen eine Person, sondern für eine nachhaltige Perspektive zur Beschäftigungssicherung.“

Piëch hisst die weiße Fahne

Mittlerweile soll sich Piëch auch bei Pischetsrieder entschuldigt haben. Er stehe hinter ihm und werde im Aufsichtsrat auch für einen neuen Vertrag stimmen, versicherte der Aufsichtsratschef in einem Telefongespräch. Vielfach war gemutmaßt worden, dass Piëch Audi-Chef Martin Winterkorn als Nachfolger von Pischetsrieder durchdrücken wolle.

Quelle: »NEWS Frankfurt

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