Nachrichten
Trabi-Fahren ist teurer geworden

Trabi-Fans müssen tiefer in die Tasche greifen. „Die Preise für einen Oldie steigen, die Autos werden ja auch seit 14 Jahren nicht mehr gebaut“, sagt Edgar Haschke, Organisator der internationalen Trabantfahrer-Treffen in Zwickau.

dpa LEIPZIG. Trabi-Fans müssen tiefer in die Tasche greifen. „Die Preise für einen Oldie steigen, die Autos werden ja auch seit 14 Jahren nicht mehr gebaut“, sagt Edgar Haschke, Organisator der internationalen Trabantfahrer-Treffen in Zwickau.

„Es gibt zwar immer noch Trabis nur für einen Euro“, beobachtet André Friedrich aus dem brandenburgischen Michendorf (Kreis Potsdam- Mittelmark), der einen Internet-Handel für Trabant-Ersatzteile betreibt. „Aber diese Fahrzeuge sind am Ende. Die richtig guten Autos steigen im Preis. Ein Fan legt heute Wert auf Qualität und Originalität.“ Auch das Tanken ist nicht mehr billig. „An der Zapfsäule zahle ich für mein Benzin/Öl-Gemisch fast so viel wie für Superplus“, sagt Haschke.

Für den oft belächelten und stinkenden Zweitakter, der wie kaum ein anderer Gegenstand mit der DDR identifiziert wird, scheint es preislich kaum Grenzen zu geben. „Für im weitesten Sinn noch fabrikneue Autos werden teilweise utopische Summen gezahlt“, sagt der Vorsitzende des Trabant-Clubs Mühlhausen, Chris Jenak. Einen Spitzenwert erreicht ein Trabant Kübel Tramp P 601. Die Rarität, die nur in der Garage stand, wurde für 17 500 Euro angeboten.

Ein Trabant P 601 L von 1987 mit 55 000 Kilometern Laufleistung liegt bei 4 500 Euro. Zum Vergleich: Dafür gibt es fast einen fünf Jahre alten Opel Corsa mit 60 000 Kilometern auf dem Tacho. Für 5 000 Euro ist ein VW Golf TD CL mit Baujahr 1993 und 70 000 Kilometern Laufleistung zu haben.

„Der Trabi ist immer mehr zum Liebhaberstück geworden“, sagt Haschke. Und die Kultobjekte werden immer weniger. Vor zehn Jahren zählte das Kraftfahrt-Bundesamt noch 663 631 Trabis, Anfang dieses Jahres waren es nur noch 66 684; nur noch rund ein Zehntel. Einst hatten 3,7 Mill. Trabant ein ganzes Volk mobil gemacht. Heute ist der „Plaste-Bomber“ vom Aussterben bedroht.

Neben den Autos werden auch Original-Ersatzteile teurer. „Vor sieben Jahren gab es DDR-Teile noch für relativ wenig Geld“, sagt Jenak. Das ist vorbei. „Verschleißteile wie Kupplungen, Bremsen und dergleichen haben jetzt schon einen gewissen Preis.“ Der Wert einer Kurbelwelle kletterte in den vergangenen sieben Jahren um über 30 Prozent auf 200 Euro. Das Autoradio Schönburg Super liegt inzwischen bei rund 180 Euro. „Vor ein paar Jahren gab es das noch geschenkt“, sagt Haschke.

Echte Trabi-Fans lassen die Finger von Nachbauten aus Osteuropa. „Auf der Verpackung steht zwar "Original-Ersatzteile" drauf, es sind aber keine drin“, sagt Haschke. „Die Hersteller in Osteuropa produzieren zu günstigen Preisen, aber in schlechterer Qualität“, fasst Jenak seine Erfahrungen zusammen. Eine Kupplung aus deutscher Produktion kostet rund 100 Euro, aus dem Ausland nur ein Drittel.

Enthusiasten wie Jenak, der gleich zwei Trabis sein Eigen nennt, hoffen auf das Angebot auf Flohmärkten und auf die Hilfe ihres Trabi- Vereins. „Bei den Ersatzteilen helfen wir uns im Club alle gegenseitig. Tauschen zwischen den einzelnen Vereinen gibt es allerdings weniger.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%