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Trend zum Wintercamping mit dem Reisemobil

Kälte, Eis und Schnee werden immer öfter als Witterung für einen Urlaub mit Caravan oder Reisemobil angesehen. „Wintercamping setzt sich immer mehr durch“, sagt Ralph Binder vom Caravaning Industrie Verbandes (Civd) im hessischen Kriftel.

dpa/gms KRIFTEL/MÜNCHEN. Kälte, Eis und Schnee werden immer öfter als Witterung für einen Urlaub mit Caravan oder Reisemobil angesehen. „Wintercamping setzt sich immer mehr durch“, sagt Ralph Binder vom Caravaning Industrie Verbandes (Civd) im hessischen Kriftel.

Möglich wird diese Art des Urlaubs vor allem wegen der immer besseren Isolierung der fahrbaren Unterkünfte und der größeren Zahl ganzjährig geöffneter Campingplätze.

„Vor wenigen Jahren gab es in Europa vielleicht rund 100 Plätze, die das ganze Jahr über geöffnet hatten“, erinnert sich Jochen Oesterle vom Adac in München. „Heute sind es 380 Plätze, etwa 90 Prozent davon im Alpenraum.“ Grundsätzlich sei Wintercamping dabei teurer als ein Stellplatz im Sommer. „Meist wird dafür aber auch mehr geboten.“ So liegen die Winter-Plätze in der Regel nahe an Skipisten. Oft gibt es auch Service wie Sanitärkabinen direkt am Standplatz.

Letzteres löst ein typisches Winterproblem der Caravaner: „Man sollte im Winter nicht unbedingt die Dusche im Wagen benutzen“ rät Ursula Erhardt vom Deutschen Camping-Club (DCC) in München. Durch die Luftfeuchtigkeit, die sich an den Wänden und in Winkeln niederschlägt, könnte es sonst zu Schimmelbildung kommen. Auch während des Kochens sollte deshalb die Dachluke immer geöffnet sein.

Ohnehin wird geraten, selbst bei bitterer Kälte für ausreichende Lüftung zu sorgen. Der regelmäßige Luftaustausch hat auf Dauer Vorteile: „Frische Luft erwärmt sich schneller, der Raum lässt sich so im Endeffekt besser beheizen“, erläutert Jochen Oesterle vom Adac.

Bei der Heizung rät Ursula Erhardt im Winter zu Anlagen mit zwei Gasflaschen, die automatisch umschalten, sobald eine leer ist. „Eine Elf-Kilogramm-Gasflasche reicht beim Durchheizen etwa zwei bis drei Tage.“ Sollte sie mitten in der Nacht zur Neige gehen, macht der automatische Wechsel den Austausch bei klirrender Kälte überflüssig.

„Man kann unterscheiden zwischen einem wintertauglichen und einem winterfesten Fahrzeug“, erklärt Binder. Der Unterschied ist der, dass Insassen im „wintertauglichen“ Gefährt zwar mal übernachten können, sich dann aber eher im dicken Pullover im Innenraum bewegen sollten. Im „winterfesten“ Gefährt lässt es sich selbst im T-Shirt aushalten.

Binder rät im Winter weniger zu ausgebauten Kastenwagen mit dem kompletten Blechkleid der ursprünglichen Nutzfahrzeug-Ausführung: „Besser isoliert ist ein Aufbau mit Doppelwänden in Sandwichbauweise.“ Hier sorgt zwischen Innen- und Außenverkleidung meist Kunststoffschaum für zusätzliche Isolierung. Ein Sonderfall sind Alkoven- und so genannte teilintegrierte Reisemobile, bei denen die Fahrerkabine aus Blech besteht. „Für diese Fahrzeuge gibt es spezielle Isoliermatten“, sagt Binder. Entweder werden sie über die komplette Kabine gezogen oder von innen hinter die Scheiben gelegt.

Winterreifen gehören in der kalten Jahreszeit zum Standard - das gilt bei Gespannen auch für den Caravan am Haken. „Schneeketten sind ebenfalls ein Muss auf bestimmten Strecken“, sagt Erhardt. Ein Fehler kann es sein, ohne Voranmeldung aufzubrechen: „Die frühe Reservierung eines Standplatzes ist prinzipiell angebracht.“ Außerdem können bestimmte Strecken im Winter für Gespanne gesperrt sein, oder sie dürfen nur bis zu einem bestimmten Fahrzeuggewicht befahren werden.

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