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Trocken und sauber in die Wohnmobilsaison

Statt den Insassen eine rollende Unterkunft zu sein, warteten die meisten Wohnmobile über Winter unbewegt auf die neue Saison. Weil der Stillstand seine Spuren hinterlässt, gilt es, die Gefährte vor dem Neustart unter die Lupe zu nehmen.

dpa/gms KRIFTEL/MüNCHEN. Statt den Insassen eine rollende Unterkunft zu sein, warteten die meisten Wohnmobile über Winter unbewegt auf die neue Saison. Weil der Stillstand seine Spuren hinterlässt, gilt es, die Gefährte vor dem Neustart unter die Lupe zu nehmen.

An erster Stelle steht beim „Auswintern“ die Reinigung. Gerade im Freien geparkte Fahrzeuge brauchen außen eine intensive Reinigung: „Auf dem Dach kann sich Moos gebildet haben“, sagt Ralph Binder vom Caravaning Industrie-Verband (Civd) in Kriftel bei Frankfurt/Main. „Das kann Feuchtigkeit binden und sollte entfernt werden.“ Das Dach werde bei der Reinigung oft ignoriert, sagt Lothar Angermund, Camping-Experte des Adac in München. „Der Schmutz und Dreck vom Dach läuft aber bei jedem Regen nach unten und verschmiert dann alles.“

Doch Außenreinigung ist nicht alles. „Im Grunde empfiehlt es sich, einen Frühjahrsputz wie zu Hause zu machen“, rät Viktoria Groß, Sprecherin des Deutschen Camping-Clubs (DCC) in München. Wichtig ist dabei, dass schon vor der Pause die richtigen Vorkehrungen getroffen worden sind. Das gilt unter anderem für die Polster, die laut Binder zum Schutz vor Schimmelbildung aufgestellt worden sein sollten.

Reinigung steht auch abseits sichtbarer Flächen auf dem Programm: „Man sollte Frisch- und Abwassertank reinigen und durchspülen“, sagt Viktoria Groß. Umfassende Reinigungsarbeiten sollten erst vorgenommen werden, wenn die Temperatur für einige Zeit im Plusbereich ist. „Nach dem Säubern soll ja genug Zeit zum Trocknen bleiben.“

Manchmal kann Fürsorge aber unangebracht und sogar riskant sein. So ist heute laut Lothar Angermund ein Großteil der Wohnanhänger mit einer „Schlingerdämpfung“ ausgestattet: Im so genannten Kupplungsmaul befinden sich Reibbeläge, die nach dem Ankuppeln des Hängers am Kopf der Anhängerkupplung reiben und so ein Schlingern unterdrücken sollen. „Anders als früher darf daher der Kupplungskopf auf keinen Fall eingefettet werden.“ Das würde die Reibung verhindern.

Auch die übrigen technischen Komponenten sollten überprüft werden. „Bei einem Reisemobil sind wie beim PKW Ölstand und Kühlwasser zu kontrollieren“, sagt Ralph Binder. Wurde vor der Winterpause der Rat befolgt, den Luftdruck während der Standzeit zu erhöhen, muss der Druck jetzt wieder auf die angegebenen Werte reduziert werden.

Doch Pflege ist nicht nur nach längerer Pause wichtig, sondern auch für jene Reisefahrzeuge, die zum Winterurlaub in den Bergen genutzt wurden. Gerade beim Urlaub in Eis und Schnee gelangt mit der Kleidung schnell Feuchtigkeit in den Innenraum. „Man sollte das Fahrzeug zum Austrocknen ruhig mal zwei Tage mit offenen Fenstern stehen lassen“, rät Ralph Binder.

Weitere Fürsorge steht auf dem Plan, wenn An- und Abfahrt über mit Salz gestreute Straßen führten. „Dann ist zunächst eine gründliche Außenreinigung wichtig“, sagt Binder. Angermund weist darauf hin, bei der Wäsche Unterboden, Radläufe und Motorraum nicht zu vergessen. Zudem rät er, die an Reisemobilen oft verwendeten Aluminiumteile zu kontrollieren: „Wenn die Beschichtung schadhaft ist, kann es zum so genannten Alu-Fraß kommen, der das Material auf Dauer schädigt.“

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