Trotz der niedrigsten Unfallzahl seit Einführung der Statistik
Forscher fordern mehr Warnsysteme für Autos

Neue Warnsysteme im Auto könnten nach Ansicht des Hannoveraner Unfallforschers Prof. Dietmar Otte die Sicherheit auf den Straßen erhöhen und die Unfallzahlen weiter senken helfen. „Das ist unser größtes Potenzial, um Unfälle und weitere Verkehrstote zu vermeiden“, sagte Otte.

HB HANNOVER. 2004 war die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit Einführung der Unfallstatistik 1953 gefallen. Fahrer sollten besser über Gefahren informiert werden, etwa beim Überholen auf Landstraßen oder vor Fußgängerüberwegen, meinte Otte weiter.

Dies könne vor allem bei Nacht dazu beitragen, die Zahl der Verletzten zu senken, denn die Verletzungsgefahr sei dann besonders groß. Allerdings sei der Sicherheits-Standard der Fahrzeuge bereits sehr hoch, sagte der Wissenschaftler, der den Arbeitsbereich Verkehrsunfallforschung der Medizinischen Hochschule Hannover leitet. Sicherheitsgurt, Airbag, Anti-Schleuder- und Anti-Blockiersysteme hätten zweifellos dazu beigetragen, schwere Unfallverletzungen zu vermeiden. Autofronten seien weniger scharfkantig, so dass auch Fußgänger und Radfahrer besser geschützt seien. „Der Spielraum durch technische Innovationen wird kleiner“, sagte Otte.

Noch viel Potenzial für technische Verbesserungen sieht der Wissenschaftler allerdings bei Lastwagen, deren Ausstattung sehr unterschiedlich sei. Otte forderte eine Harmonisierung der Sicherheitsmodule.

Ein generelles Tempolimit hält Otte dagegen nicht für sinnvoll. Nicht die Höhe, sondern die Unterschiede der gefahrenen Geschwindigkeiten sind nach seiner Ansicht besonders unfallträchtig. Dies führe leicht zu Konflikten und Beeinträchtigung der Reaktion. „Ein Unfall ist immer die Folge einer Konfliktsituation.“ Auch deswegen seien technische Systeme nur Hilfsmittel, mit denen die Autofahrer intelligent umgehen müssten.

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