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Turbinen-Truck und Besuch aus der „Grünen Hölle“

Einige Menschen halten eine Flugzeugturbine für den idealen LKW-Antrieb. Andere bauen Motorräder aus Holz. Sie werden mancherorts schief angeguckt, bei der Essen Motor Show gehören ihre Werke zu den Stars.

dpa/gms ESSEN. Einige Menschen halten eine Flugzeugturbine für den idealen LKW-Antrieb. Andere bauen Motorräder aus Holz. Sie werden mancherorts schief angeguckt, bei der Essen Motor Show gehören ihre Werke zu den Stars.

Die weltgrößte Tuningmesse (25. November bis 4. Dezember) steht auch dafür, automobilen Verrücktheiten Raum zu geben. Daneben stehen aber vor allem die neuen Tuning-Modelle und die Sportversionen von Fahrzeugen großer Hersteller im Mittelpunkt.

„Es wird sicher einige Weltpremieren geben“, kündigt Hans-Jörg Köninger vom Verband Deutscher Automobiltuner (Vdat) in Hiltmannsdorf (Bayern) an. Unter anderem werden viele der auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt präsentierten Modellneuheiten in Essen nun erstmals in sportlicher Tuning-Ausführung gezeigt.

Welche Neuheiten gezeigt werden, steht bei den meisten Veredlern erst kurz vor Messebeginn fest. Immerhin kündigt Heico Sportiv in Weiterstadt (Hessen) den Versuch an, das neue Volvo C70 Cabriolet in veredelter Version zu präsentieren. Abt Sportsline aus Kempten will einen auf 199 kW/270 PS erstarkten Golf GTI und einen VW Jetta in sportlicher Aufmachung ins Scheinwerferlicht stellen.

Auch neue Technologien sollen vorgestellt werden - etwa in Sachen Leichtmetallräder: „Wir werden unser patentiertes Verfahren Air Inside zur Gewichtsreduzierung in den Mittelpunkt stellen“, erklärt Angelika Zahn vom Hersteller BBS aus Schiltach (Baden-Württemberg). Mit der Technik sollen bei einem Rad im 22-Zoll-Format Einsparungen um bis zu acht Kilo möglich sein.

Neben Straßenmodellen sorgen in Essen vor allem Skurrilitäten und Rennfahrzeuge für Aufsehen. Dieses Jahr widmet sich den Veranstaltern zufolge eine Sonderschau der „Grünen Hölle“: der Nordschleife des Nürburgrings. Zu sehen sind 20 Rennwagen, die jeweils eine Phase der Rennen auf der legendären Strecke repräsentieren. Dazu gehört ein Mercedes-Benz S von 1927 mit einem 6,8-Liter-Motor.

Und dann sind da die Ergebnisse Jahre langer Basteleien von Auto- und Motorrad-Enthusiasten. Zu sehen ist etwa „Roaring Thunder“ - der LKW des Briten Ronnie Picardo. Er baute einem US-Sattelschlepper von 1975 einen Flugzeugmotor mit Nachbrenner ein. Lars-Erik Lindberg aus Schweden konstruierte rund um einen V8-Motor mit 5,4 Litern Hubraum ein Schneemobil mit Kufen und Raupen. Dieses soll es auf ein Tempo von bis zu 150 Stundenkilometern (km/h) bringen.

Dass die Optik beim Tunen eine mindestens ebenso große Rolle wie die Leistung spielt, zeigen zum Beispiel die Motorrad-Eigenbauten. George Mantatakos aus Florida in den USA hat seine „X-Ray“ mit einer Goldschicht überzogen. Einen anderen Weg ging Tischlermeister Michael Schößler bei der „MM“: Rahmen, Schwinge, Sitzbank und Tank seiner Maschine sind aus Fichtenholz, die Gabelholme aus Esche gefertigt.

Informationen: Die Essen Motor Show findet von 25. November bis 4. Dezember statt. Geöffnet ist sie täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 9.00 bis 18.00 Uhr. Eine Tageskarte kostet 16 Euro, Kinder und Jugendliche von acht bis 16 Jahren zahlen 12 Euro.

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