Ultimate Aero TT
Auf der Hatz

Der Bugatti Veyron hat eine peinliche Jagd eingeleitet: Wer erreicht zuerst die 1 500-PS-Marke? Der Ultimate Aero TT ist auf dem besten Weg dazu.

Amerikaner raunen den Namen „Shelby“ ähnlich ehrfürchtig wie unsereiner vielleicht „Brabus“, „McLaren“ oder „Jochen Dauer“. Doch in Zukunft könnte auch in Deutschland Shelby zum Namen werden, den man nur mit einem ängstlich-besorgten Unterton in den Mund nimmt. Besonders im Hause Volkswagen.

Shelby Supercars, kurz SSC, eine kleine Sportwagenschmiede aus West Richland (nomen est omen), Washington, hatte schon 2004 den Aero mit brachialen 780 PS vorgestellt. Dann folgte der Ultimate Aero, und jetzt hat SSC hat den Ultimate Aero TT auf 1 183 bhp aufgeblasen, also 1 199 Din-PS. Damit liegt die US-Waffe 20 Prozent über der Leistung eines Bugatti Veyron. Und dabei hatten alle gedacht, nach der Veröffentlichung des Hypersportwagens aus dem Hause Volkswagen wären alle Rangeleien um das schnellste Serienfahrzeug Geschichte. Der Veyron war ja schon so jenseits von allen automobilen Leistungsgrenzen, dass die Vorstellung sich Monat um Monat nach hinten geschoben hatte.

Der Ultimate konnte bislang nur mit 388,5 gestoppt werden, da war das Gaspedal aber noch weit davon entfernt, durchgetreten zu sein. Ende August soll in Washington ein Rekordversuch starten, mit dabei: ein Team von Guiness World Records. Deren Testregularien sehen vor, dass ein Fahrzeug auf gerader Strecke zunächst in eine Richtung und dann innerhalb einer Stunde in die entgegengesetzte Richtung fährt. Beide Werte werden gemittelt.

Der Koenigsegg CCR war wohl der letzte Serienwagen mit dreistelligen PS-Zahlen, der mit 388 km/h so noch einen Rekord einfahren konnte. Nachdem Bugatti in Tüv-überwachten Versuchen mit seinen 1 001 PS die 400er Marke geknackt hat, ist auch Koenigsegg im Club der Vierstelligen vertreten: Der CCXR erreicht, bioäthanolgetrieben, 1 018 Pferdestärken. Der US-Tuner Hennessey hat eine Dodge Viper auf 1 000 PS aufgeblasen, und die britische Schmiede Bristol Cars holt aus ihrem Fighter T 1 026 PS – der Wagen mit dem kuriosen Glasheck soll ab September verkauft werden. Und dann ist da eben noch der SSC Aero mit seinen knapp 1 200 Pferdchen an Bord.

Bei einem Rekordversuch im März hatte der Aero passen müssen, das Wetter war zu schlecht. Jetzt folgt also Runde zwei. Bei widrigen Windverhältnissen mag man sich das flache Geschoss gar nicht erst vorstellen. Wer denkt dabei nicht an Le Mans 1999 zurück, als der Schotte Peter Dumbreck jenseits der 300 bei welliger Fahrbahn Unterluft bekam, zehn Meter abhob und über den Zaun in ein Wäldchen flog.

Sollte der Wagen von Shelby Supercars zur Legende werden, müssen Autofreunde sich aber eines merken: Mit einer Shelby Cobra oder einem Ford Mustang Shelby (wie ihn Nicolas Cage in „Nur noch 60 Sekunden“ malerisch zu Schrott pilotiert) hat SSC nur den Namen gemein. Die Autoklassiker wurden vom Rennfahrer Carroll Shelby entwickelt – und der ist bei seinem Le-Mans-Sieg auf dem Boden geblieben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%