Umfrage
Eigenheim oder Neuwagen?

Eine teure Anschaffung will wohl überlegt sein. In der Folge muss man nämlich meist auf eine andere Sache des täglichen Lebens verzichten. Inzwischen schließen leider Neuwagen das eigene Dach überm Kopf oft aus.
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MünchenVor dieser Qual der Wahl stehen regelmäßig viele Deutsche: Kaufe ich mir einen Neuwagen oder doch ein Eigenheim? Die eine Investition schließt meist die andere aus. Laut den wenig überraschenden Ergebnissen einer Umfrage des Onlineportals ImmobilienScout24 will jeder fünfte Käufer eines Eigenheims auf die Anschaffung eines Neuwagens verzichten. Finanziell muss der stolze Haus- oder Wohnungsneueigentümer nämlich erst einmal kürzer treten - und am teuren Auto wird dann als Erstes gespart. An zweiter Stelle folgt übrigens die Urlaubsreise, weniger Ausgehen steht auch ganz oben auf der Einsparliste. Doch auch die Autoclubs warnen derzeit, Autofahren werde zum Privileg für Besserverdienende

„Zwei-Klassen-Gesellschaft droht“

Die Autofahrerclubs ADAC und ACE sehen die steigenden Kosten fürs Autofahren mit großer Sorge. „Autofahren wird in Deutschland mehr und mehr zum Privileg für Besserverdienende“, sagte der Vorsitzende des Auto Club Europa (ACE), Wolfgang Rose, jetzt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Setze sich dieser Trend fort, drohe eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, in der viele Menschen abgehängt würden. ADAC-Sprecher Andreas Hölzl sagte der Zeitung, die Gefahr, dass Autofahren für immer mehr Menschen unbezahlbar werde, sei real. Die Autohaltungskosten würden den normalen Lebenshaltungskosten davonlaufen. Berufspendler und Familien seien die Leidtragenden.

Die Preise fürs Autofahren sind laut Statistischem Bundesamt binnen zwei Jahren um 7,2 Prozent gestiegen, die Verbraucherpreise insgesamt im selben Zeitraum hingegen nur um 3,8 Prozent. Grund für die Teuerung sind vor allem die gestiegenen Spritkosten: Super-Benzin wurde von September 2009 bis August 2011 um 18 Prozent teurer, Diesel sogar um 27 Prozent.

SPD-Verkehrsexperte Uwe Beckmeyer forderte Verkehrsminister Ramsauer (CSU) und Wirtschaftsminister Rösler (FDP) auf, „die finanzielle Mehrbelastung für die Autofahrer zu stoppen“. Es herrschten „brutale, nicht einsehbare Mechanismen, die dazu führen, dass innerhalb von Stunden die Benzinpreise deutlich klettern können“.

ACE-Chef Rose forderte die Bundesregierung auf, die Mineralölkonzerne „notfalls zu zerschlagen“. Produktion und Verkauf von Kraftstoff dürften nicht länger in der Hand weniger Großkonzerne liegen.

Kommentare zu " Umfrage: Eigenheim oder Neuwagen?"

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  • Öl ist teuer weil es knapp ist? Sorry, da gehen wir aber der Mineralölindustrie sauber auf den Leim. Öl ist teuer, weil es sich teuer verkaufen lässt. Solange wir uns noch den Luxus erlauben können, aus Öl Plastiktüten herzustellen, gibt es mehr als genug von dem Zeugs.

  • Kein auffälliges Auto zu haben, kann auch aus anderen Gründen einen Vorteil bringen.
    Niemand wird beispielsweise in einem problematischen Viertel ein Auto mit dem Schlüssel zerkratzen, oder eines aufbrechen, welches sichtlich mehrere Jahre auf dem Buckel hat. Von Parkplatzproblemen ganz zu schweigen: Wenn man jedesmal mindestens zwanzig Minuten Dauerstress wegen Parkplatzsuche hat, ueberlegt man sich nicht doch irgendwann, ob man mit Bahn, Bus und carsharing nicht stressfreier lebt.

  • Das ist doch eine völlig gesunde Entwicklung: Das Öl wird knapp, also muss sein Verbrauch reduziert werden.

    Wenn ich mir so ansehe, welche Fahrzeuge die Straße verstopfen, dann ist ein Gegensteuern problemlos möglich - mit kleineren Autos. Beispielweise brauche ich etwa 7 ct/km Sprit. Dafür fahre ich mit einer Kiste durch die Gegend, die der Hersteller als Kleinwagen klassifiziert. Dabei habe ich damit gerade erst eine Waschmaschine transportiert. Ohne dass ich die Heckklappe hätte offen lassen müssen...

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