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Jeder Dritte denkt über ein neues Auto nach

Niedrige Kreditzinsen, billiger Kraftstoff, hohes Rabattniveau: Es seien gute Zeiten für Autokäufer, sagen Prognosen. Und was sagen die möglichen Käufer? Dass es ruhig auch ein Gebrauchter sein darf.

DüsseldorfDie bisherigen Ausblicke und Prognosen von Experten machen Lust auf Neuwagen-Probefahrten. Denn das Jahr 2016 ist offenbar geprägt von einem hohem Rabatt-Niveau der Hersteller und Händler. So stellte unlängst das Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen fest, dass 2016 wohl vor allem ein hoher Bestand an Tageszulassungen und jungen Gebrauchten auf die Preise fabrikneuer Pkw drückt. Niedrige Kreditzinsen und niedrige Kraftstoffpreise kommen als zusätzliche Stimmungsmacher dazu, zurzeit macht vielen Autobesitzern sogar das Tanken Spaß.

Und wie sieht es mit der Stimmung bei potenziellen Autokäufern selbst aus? Das hat im Dezember 2015 die Targobank bei 1.000 Autobesitzern abfragen lassen. In der repräsentativen Erhebung, die dem Handelsblatt exklusiv vorab vorliegt, kam unter anderem heraus, dass jeder dritte Fahrzeughalter plant, in den nächsten zwölf Monaten ein Auto zu kaufen. Ähnlich viele Befragte (35%) sagen allerdings auch, dass der Kauf eines Fahrzeugs für sie völlig ausgeschlossen ist.

Und wenn schon Fahrzeugkauf, dann muss es nicht zwingend neu sein, sagt mehr als die Hälfte der Befragten, für die auch ein Gebrauchtwagen in Frage kommt. 21% sagen sogar kategorisch, es kommt nur ein Gebrauchter in Frage. Dabei ziehen 46 Prozent den Kauf beim Händler dem Privaterwerb vor, denn Gebrauchtwagenkäufer nehmen vor allem die Garantieleistung sehr wichtig.

Daneben sagt mehr als jeder dritte Befragte (38%), der Händler sollte auch eine Finanzierung anbieten, denn vier von zehn Käufern wollen den nächsten Wagen zumindest teilweise mit geliehenem Geld bezahlen. Die aktuell niedrigen Zinsen sind der Erhebung zufolge vor allem für Befragte im Alter zwischen 18 und 50 Jahren ein Anreiz, ein Auto über Kredit zu finanzieren.

In den vergangenen drei Jahren hatte trotz niedriger Zinslage eine klare Mehrheit für das zuletzt erworbene Auto keine Schulden gemacht, sondern es vollständig durch eigenes Geld bezahlt.

Ohne großen Einfluss auf das Preisniveau von VW- und Dieselfahrzeugen blieb bislang die VW-Krise: Noch ist das Prämienprogramm der Wolfsburger überschaubar, die Eigenzulassungen sind zuletzt leicht gesunken. Auch bei den potenziellen Autokäufern sagt bisher nur eine Minderheit (10%), sie würden sich aufgrund der Abgas-Manipulationen generell gegen VW-Produkte entscheiden. Größer fällt da schon (mit 32%) der Anteil derjenigen aus, die in naher Zukunft auf keinen Fall ein Dieselfahrzeug kaufen würden.

Vor allem junge Autokäufer (18 bis 50 Jahre) sagten aber in der Befragung, sie würden trotz Dieselgate auch bei Volkswagen ein Auto mit Dieselmotor kaufen.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor
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