Umstrittener Helikopterflug: ADAC legt sich mit Auto-Professor an

Umstrittener Helikopterflug
ADAC legt sich mit Auto-Professor an

Manipulationen beim hauseigenen Autopreis, Kritik an der Pannenstatistik, Wirbel um Flüge des Führungspersonals. Der ADAC steckt in der Imagekrise. Der Präsident gelobt Besserung - und greift einen Kritiker an.
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MünchenDas überbordende Selbstbewusstsein der ADAC-Oberen hat spürbar gelitten. Angesichts wachsenden öffentlichen Drucks will sich der skandalgeschüttelte Autoclub wieder auf seine Kernkompetenzen besinnen und so sein beschädigtes Image aufpolieren. So verspricht es ADAC-Präsident Peter Meyer in einem Interview. Man wolle sich wieder stärker an die Bedürfnisse der Mitglieder orientieren, mehr Transparenz und Zurückhaltung bei politischen Diskussionen üben.

„Sperenzchen lassen wir jetzt grundsätzlich bleiben“, sagte Meyer der „Automobilwoche“ - und ließ sich nur wenige Tage später auf das nächste Sperenzchen ein. In einem Interview mit der WAZ warf Meyer dem ADAC-Kritiker und Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer vor, verantwortlich für einen umstrittenen Flug mit einem Rettungshubschrauber des ADAC zu sein. „Nur wegen ihm sind wir zwischen
zwei Standorten per Helikopter gependelt“, wird Meyer zitiert. Der ADAC-Präsident war zuvor kritisiert worden, weil er eine Rettungshubschrauber für einen Dienstflug zwischen Hamburg und Wolfsburg genutzt hatte.

Der Auto-Professor ist empört und erwägt rechtliche Schritte. Er habe dem Kfz-Sachverständigenverband mehrere Monate im Voraus eine verbindliche Zusage für ein Hauptreferat in Wolfsburg gegeben. Deshalb habe er dem ADAC die Moderation einer Veranstaltung in Hamburg zunächst abgesagt, so Dudenhöffer in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber Handelsblatt Online. Erst daraufhin habe ihm der ADAC den Flug im Hubschrauber angeboten.

Gegenüber der „Bild am Sonntag“ musste der ADAC-Präsident zudem eingestehen, dass auch ein Ambulanzflug von einer ehemaligen Führungskraft für private Zwecke genutzt wurde. Man habe sofort die „erforderlichen personellen Konsequenzen gezogen“, betont Meyer.

Derweil werden die Forderungen der Politik nach weiteren Konsequenzen immer lauter. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) forderte unterdessen „totale Transparenz“ von dem Autoclub. „Alle Karten müssen auf den Tisch“, sagte er dem „Focus“. Zudem brauche der ADAC „mehr wirksame, allerdings unabhängige Kontrollen“. Der ADAC sei eine mächtige Institution, bei der sich offenbar „eine Tendenz zur Abgehobenheit und vielleicht sogar zur Selbstüberhöhung eingeschlichen“ habe. Der ADAC müsse sich eine neue Struktur geben.

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  • Irgendwann, heben sie wohl alle ab. Sind wohl zu lange an der Spitze gewesen und haben die Bodenhaftung verloren. Da ist der ADAC leider keine Ausnahme.
    Und eins ist doch auch klar: Über Patientenstatistiken kann man auch sehr gut Auto´s verkaufen, mich würde da mal interessieren wer da seit wann wie viel geschmiert hat??

  • Mal sehen wie lange der ADAC die Schmutzkampagne der gleichgeschalteten Medien aushält, bis er bei der PKW-Maut endlich klein bei gibt. Das hat ja beim Bundespräsidenten - der die Eurorettungspakete nicht mittragen wollte - schon prima geklappt. Da hat ja die BLÖD-Zeitung auch ganze Arbeit geleistet. Man sollte sich in diesem Land vorher überlegen mit wem man sich einlässt.

  • Immer schön auf dem Teppich bleiben!° Ist es nicht der Wille eines jeden an die Spitze zu kommen? Mehr Geld - mehr Macht und Annehmlichkeiten. Der eine lässt seinen Dienstwagen nach Spanien kommen, um im Urlaub spazieren zu fahren, der andere fliegt halt Hubschrauber, der momentan rumsteht.Wir alle haben diese Leute in die Position gebracht und mal ehrlich - wer würde denn wirklich diese Annehmlichkeit nicht nutzen, wenn sie zur Verfügung steht.
    Also mal schön an die eigene NASE fassen und fragen - wie hätte ich gehandelt. Wer dann frei von Schuld darf den ersten Stein werfen. Aber bitte nicht gegen die Wand, denn dann kommt der Stein zurück. Wenn der ADAC sich auf sein Kerngeschäft orientiert, haben wir alle gewonnen. Gruss

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