Urteil des Oberlandesgerichts Dresden: Kein Fahrverbot bei kurzem Aussetzer

Urteil des Oberlandesgerichts Dresden
Kein Fahrverbot bei kurzem Aussetzer

Begeht ein Autofahrer einen massiven Verkehrsverstoß, der weder auf grober Nachlässigkeit noch Gleichgültigkeit beruht, kann er unter Umständen seinen Führerschein behalten.

HB BERLIN. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Verkehrsrichter ihm so genanntes „Augenblicksversagen“ attestieren, wie der Deutsche Anwaltverein in Berlin berichtet. Im vorliegenden Fall hatte ein Autofahrer innerhalb einer geschlossenen Ortschaft die zulässige Höchstgeschwindigkeit um rund 30 Stundenkilometer überschritten und hatte - da er ortsfremd war und sich auf einer vierspurigen Straße befand - die vorher geltende Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern weiter eingehalten.

Die Richter des Oberlandesgerichts Dresden nahmen ihm diese Erklärung ab und attestierten ihm, dass offenbar so genanntes „Augenblicksversagen“ zum Übersehen des Ortsschildes geführt habe. Da eine grobe Pflichtverletzung und besondere Verantwortungslosigkeit, die zum Verlust der Fahrerlaubnis geführt hätten, nicht vorlagen, durfte der Mann seinen Führerschein behalten.

Az:
Oberlandesgericht Dresden
Ss- Owi-353/05 vom 1.11.2005

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