Urteil des OLG Düsseldorf
Auch ältere Gebrauchte müssen fahrbereit sein

Gebrauchtwagenkäufer können grundsätzlich davon ausgehen, dass ein erworbenes Auto fahrbereit ist - auch wenn es sich um ein älteres Modell handelt. Darauf weist der Anwalt-Suchservice in Köln hin.

dpa/tmn DÜSSELDORF/KÖLN. Die Annahme gelte auch dann, wenn das Fahrzeug bereits sieben Jahre alt ist, 84 000 Kilometer zurückgelegt hat und aufgrund seiner Konstruktion eher zu bestimmten Problemen neigt, erklärt der Suchservice unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf (Aktenzeichen: I-1 U 38/06). Der Käufer dürfe davon ausgehen, dass der Wagen nicht schon nach rund 1 000 bis 2000 Kilometern wegen eines gravierenden Defektes liegen bleibt.

In dem Fall hatte der Kläger einen sieben Jahre alten Gebrauchtwagen in einem Autohaus gekauft. Nach knapp 1 200 Kilometern blieb der Wagen plötzlich wegen eines Defekts am Automatikgetriebe liegen. Der Käufer forderte daraufhin vom Händler sein Geld zurück. Dieser weigerte sich und erklärte, bei dem Defekt handele es sich um ein dem Hersteller bekanntes Problem, von dem bestimmte Fahrzeugtypen dieser Marke allgemein betroffen seien.

Das Gericht sah dies anders: Der Händler könne sich nicht darauf berufen, dass der Wagen lediglich eine konstruktionsbedingte Eigentümlichkeit aufweise, die auch anderen Fahrzeugen dieses Typs anhafte. Vielmehr habe eine Werkstofffehler vorgelegen und damit eindeutig ein Materialfehler. Da Automatikgetriebe vergleichbarer Modelle mindestens 150 000 Kilometer hielten, könne auch nicht von normalem Verschleiß gesprochen werden. Daher hafte der Verkäufer für den Schaden.

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