Urteil
Nicht immer Unfallflucht bei Verlassen des Unfallortes

HB BERLIN. Nicht jeder Autofahrer, der sich vom Unfallort entfernt, begeht auch Unfallflucht. Entscheidend sind die konkreten Umstände, wie der Deutsche Anwaltverein berichtet.

Im konkreten Fall war ein Autofahrer abends auf der Autobahn von der Fahrbahn abgekommen und gegen eine Leitplanke gerutscht. Es entstand ein erheblicher Sachschaden. Am anderen Morgen benachrichtigte der Fahrer die Polizei. Die Haftplichtversicherung zahlte zwar den Schaden an der Leitplanke, verlangte das Geld aber vom Versicherten zurück.

Nach Ansicht des Amtsgerichts Homburg, konnte die Versicherung eine Unfallflucht aber nicht beweisen. Der Autofahrer habe mindestens 22 Minuten an der Unfallstelle gewartet. Unter Berücksichtigung des reinen Sachschadens, des Unfallortes und der Tageszeit sei eine Wartefrist von 15 bis 20 Minuten ausreichend, entschied das Gericht den Angaben zufolge. Die Meldung an die Polizei am anderen Tag sei ausreichend gewesen.

(Aktenzeichen: 7 C 327/05, Urteil vom 31. Mai 2006)

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