Urteile
Wenn es beim Einparken kracht

Einparken ist für viele eine Herausforderung – allzu schnell knirscht es vorne oder hinten. Selbst kleine Malheurs landen immer wieder vor Gericht. Wie die Richter urteilen.

Umsturz: Ein penibler Kölner sorgte sich, weil nur 15 Zentimeter neben seinem frisch eingeparkten Wagen ein Motorroller stand. Schließlich könnte dessen Besitzer beim Aufsteigen ja ins Schwanken geraten und sein Auto beschädigen. Beherzt packte der Mann den Roller bei den Hörnern, um ihn umzustellen. Dabei fiel das Zweirad um, woraufhin sich der Besitzer ebenfalls als penibel erwies und dem Roller-Rücker eine saftige Rechnung präsentierte – die der Unglücksrabe auch beglich. Die Auslagen forderte er danach von seiner Haftpflichtversicherung zurück. Das sei die falsche Adresse, entschieden die Richter und stellten klar: Statt der Privat-Haftpflicht hätte er die Rechnung der Kfz-Versicherung schicken müssen. Obwohl sein Auto zum Unfallzeitpunkt bereits abgeschlossen war, stehe der Fauxpas im "unmittelbaren zeitlichen und räumlichen Zusammenhang mit dem Pkw-Gebrauch" (Landgericht Köln, 24 S 42/06).

Showdown: Ein junger Mann war mehrfach durch die Innenstadt gekreist, ohne einen Parkplatz zu ergattern. Als er vor einem Schuhgeschäft fündig wurde, setzte er zu einem beschwingten Parkmanöver an, um den Platz nicht weggeschnappt zu bekommen. Dabei übersah er einen Rentner, der mit seiner resoluten Gattin des Weges kam. Der Jungspund streifte den Senior, woraufhin dieser seinem Unmut durch einen Schlag aufs Autodach Luft machte. Es kam zu einem lautstarken Streit, an dem sich die Gattin des Rentners mit lautem Kreischen und Zerren am Arm des Übeltäters beteiligte. Im Zuge des Handgemenges fiel der Senior hin und brach sich das Bein. Der Schubser musste 3 500 Euro Schadensersatz zahlen, von der Kfz-Versicherung sah er keinen Cent: "Angriffe auf andere Unfallbeteiligte" fielen nicht unter den Versicherungsschutz (Oberlandesgericht Saarbrücken, 5 W 223/01-66).

Piepser: Ein Bayer wollte seinen Mietwagen rückwärts in einer Tiefgarage abstellen und vertraute auf die akustische Einparkhilfe – ein Fehler: Es krachte, ohne dass das Gerät ihn gewarnt hatte. Die Autovermietung forderte 789 Euro Reparaturkosten – und bekam Recht: Beim Rückwärtsfahren, so der Richter, seien "hohe Anforderungen" an die Wachsamkeit des Fahrers zu stellen. Wer einer Parkhilfe "blind" vertraue, handle fahrlässig (Amtsgericht München, 275 C 15658/07).

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