US-Autobauer hat im Kleinstwagen-Segment dringenden Nachholbedarf
Fiat paktiert mit Ford

Der zweitgrößte US-Autohersteller Ford Motor wird zusammen mit dem italienischen Mitbewerber Fiat zwei Kleinwagen für den europäischen Markt entwickeln. Dabei solle ein neues Modell des legendären Fiat 500 sowie das Nachfolgemodell für den aktuellen Ford Ka entstehen, teilte Ford am Freitag mit.

FRANKFURT/MAILAND. Die beiden Fahrzeuge werden den Angaben nach sehr unterschiedliche Designs haben. Durch die Zusammenarbeit ergäben sich deutlich geringere Entwicklungs- sowie Materialkosten. Wann und wo die neuen Modelle gebaut werden sollen, gab Ford nicht bekannt. Von Fiat lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Fiat-Vorstandschef Sergio Marchionne hatte zuvor schon entsprechende Spekulationen ausgelöst. „Noch in diesem Jahr wird es eine neue Allianz im Autobereich geben“, hatte er bei der Präsentation des neuen Fiat-Hoffnungsträgers Punto in Turin angekündigt. Es handele sich dabei um eine industrielle Partnerschaft, die „in einem gewissen Sinne europäisch ist“, hatte er gesagt.

Das Auto könnte schon in zwei bis drei Jahren auf den Markt kommen, da Fiat schon länger an einem solchen Modell arbeitet. Die Italiener hatten bereits einen Nachfolger des legendären Kleinstwagens Fiat 500 angekündigt, der vielleicht schon 2007 auf den Markt kommen soll. Gebaut werden soll das Auto in Polen, wo bereits der Fiat Panda vom Band läuft. „Unseren Analysen zufolge sind die Fiat-Fabriken prinzipiell wettbewerbsfähig. Das bietet Chancen für Auftragsarbeiten“, kommentierte Autoexperte Philippe Houchois von JP Morgan.

Ford hat im Kleinstwagen-Segment dringenden Nachholbedarf. Momentan hat der Autobauer nur den bereits acht Jahre alten Ford Ka im Angebot. Der französische Konkurrent Peugeot/Citroën hat dagegen gerade eine Kleinwagenproduktion mit Toyota gestartet, VW den Fox aus Brasilien ins Rennen gegen die starken asiatischen Wettbewerber geschickt. Für Ford bringt die Kooperation den Vorteil, relativ schnell einen neuen Wagen präsentieren zu können. Beide Konzerne profitieren von geteilten Entwicklungskosten.

Gut ein halbes Jahr nach der Trennung von General Motors (GM) richtet der italienische Autokonzern Fiat seine Partnerschaften damit neu aus. Analysten der italienischen Abaxbank bezeichneten Fiat und Ford „als ideale Partner“. Die Analysten der Investmentbank Banca Akros lobten das Tempo, das Fiat-Chef Sergio Marchionne vorlegt: „Wir hätten mit einer Allianz erst 2006 gerechnet, wenn abzusehen ist, wie der neue Punto läuft“, sagten sie.

Die Fiat-Autogruppe, mit einem Jahresabsatz von rund zwei Millionen Autos auf Rang zehn in der Welt, ist nach der Trennung von GM auf Kooperationen angewiesen, um nach verlustreichen Jahren in die Gewinnzone zu kommen. Bislang gab es lediglich eine Zusammenarbeit mit dem französischen PSA-Konzern (Peugeot/Citroën), mit denen die Italiener gemeinsam Transporter bauen. Im PKW-Bereich teilte sich Fiat Motoren und andere Komponenten mit der europäischen GM-Marke Opel. Die Amerikaner, die fünf Jahre an Fiat beteiligt waren, hatten Anfang des Jahres die Verbindung zu Fiat gekappt. Von der vertraglichen Verpflichtung, Fiat Auto komplett übernehmen zu müssen, kaufte sich GM nach zähen und kontroversen Verhandlungen mit einer Milliardenzahlung an die Italiener frei.

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