US-Automarke vor dem Sprung nach Europa
Dodge Caliber: Nennen Sie den nicht niedlich!

Europäische und japanische Autohersteller drängt es stets nach Nordamerika, denn auf dem größten Automarkt der Welt lassen sich beste Geschäfte machen. Nun aber schlägt das Hubraum-Imperium zurück: Die US-Marke Dodge, sie gehört zum Daimler-Chrysler-Konzern, tritt ab Juni in Deutschland an.

FRANKFURT. Robust, kantig, männlich – dieses Image haben die Autos mit dem Fadenkreuz im Kühlergrill und dem Widderkopf im Logo. In den USA sind vor allem die großkalibrigen Pickups der Ram-Baureihe Bestseller. Hierzulande will Dodge zunächst die Golf-Klasse aufmischen: mit dem rustikal gestylten Modell Caliber.

Auf den ersten Blick mögen die Autos etwas krachledern wirken. Doch das ist keine Marketing-Masche, sondern Ausdruck der Grundwerte dieser Marke, die seit 92 Jahren Autos baut. Die Brüder John und Horace Dodge, die zunächst Fahrräder, dann Getriebe und andere Teile für Oldsmobile und Ford produzierten, stellten mit dem Modell „Old Betsey“ im Herbst 1914 ein grundsolides Automobil auf die Räder, das vor allem durch seine Zuverlässigkeit bekannt wurde.

Eleganz und Raffinesse überließen die Dodge-Brüder anderen Herstellern. Sie setzten auf das hemdsärmelige Fach und hatten Erfolg damit. 1920 war Dodge der zweitgrößte Autohersteller der USA; doch im gleichen Jahr starben die beiden Firmengründer. Das Unternehmen geriet in die Krise – und berappelte sich erst 1928 wieder, nachdem es von der damals noch viel kleineren Marke Chrysler aufgekauft worden war. Die Chrysler-Connection wird Dodge nun bei der Expansion in Europa nutzen: Der Vertrieb der Fahrzeuge wird über die Chrysler- und Jeep-Händler abgewickelt.

Ab 10. Juni also werden die rund 140 deutschen Chrysler-Betriebe auch den Dodge Caliber in ihren Verkaufsräumen ausstellen. In den USA wird das Auto seit wenigen Wochen bereits verkauft, „everything but cute“ (alles außer niedlich) lautet dort der dazugehörige Slogan. „Die Werbebotschaft in Deutschland wird ganz ähnlich sein“, sagt Dodge-Sprecher Markus Hauf. Das passt zu dem markant designten Kompaktauto, das wirkt wie ein geschrumpfter Geländewagen. In der Klasse von VW Golf, Opel Astra und Ford Focus ist der Caliber zumindest optisch eine rassige Alternative zum bekannten Stil der europäischen Marken.

Technisch ist das Auto weniger amerikanisch, als es den Anschein hat. Die drei Benzinmotoren (ab 150 PS), die für den Caliber zur Wahl stehen, stammen aus einer Kooperation mit dem koreanischen Hersteller Hyundai. Den 2-Liter-TDI-Motor (140 PS), mit dem der Caliber auch angeboten wird, kauft Dodge von VW zu.

Die Dodge-Palette – bislang wird lediglich der Extremsportwagen Viper in kleinsten Stückzahlen hierzulande verkauft – soll nach dem Caliber voraussichtlich durch einen kompakten SUV namens Nitro erweitert werden. Und beim Genfer Autosalon zeigten die Amerikaner einen giftig-krawalligen Kleinwagen namens Hornet, der möglicherweise das Modellprogramm nach unten ausbauen wird. Ganz gleich, welche Autos noch kommen – niedlich wird keines davon sein.

Quelle: »NEWS Frankfurt

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