Verband der Automobilindustrie
Nachfrage nach Diesel-Filtern steigt sprunghaft

Die Frage der steuerlichen Förderung ist noch nicht geklärt. Dennoch werden drei von vier deutschen Dieselfahrzeuge dem Branchenverband VDA zufolge inzwischen mit einem Rußpartikelfilter bestellt. Ihr Etappenziel von 75 Prozent bis 2007 hat die Branche damit schon fast erreicht.

HB FRANKFURT. In den ersten vier Monaten des Jahres seien 72 Prozent aller neuen Diesel-Autos aus deutscher Produktion mit dem Filter ausgerüstet worden, während es ein Jahr zuvor 24 Prozent gewesen seien, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Samstag in Frankfurt mit.

Die Produktion deutscher Diesel mit Rußfilter habe sich binnen Jahresfrist auf 450 000 (130 000) Einheiten mehr als verdreifacht. 55 Prozent waren für den heimischen Markt bestimmt. Rund die Hälfte aller in Deutschland zugelassenen Personenwagen hat einen Dieselmotor.

Die unionsregierten Länder hatten am Freitag einen Vorstoß der Bundesregierung abgelehnt, die die 600 bis 800 Euro teure Nachrüstung mit 300 Euro subventionieren und neue Diesel-Autos ohne Filter ab 2007 mit einer gleich hohen Strafsteuer belegen will. Zum einen kritisierten sie die Strafsteuer auf relativ saubere, neue Diesel ohne Filter, zum anderen befürchteten sie unter dem Strich Einnahmeverluste bei der Kraftfahrzeugsteuer.

Über diese soll die Förderung gesteuert werden. Ohne Zustimmung der Länder kann die Bundesregierung ihr Konzept nicht umsetzen. Bayern hat ein Gegenkonzept erarbeitet, dass zwar ebenso eine Förderung von 300 Euro vorsieht. Es soll aber durch eine Erhöhung der Kfz-Steuer um elf Prozent für Diesel ohne Filter bezahlt werden.

Die deutschen Hersteller haben zugesagt, spätestens 2009 neue Diesel-Pkw nur noch mit dem Filter zu verkaufen, der die Abgase vom krebserregenden Ruß reinigt. DaimlerChrysler rüstet bereits seit einem Jahr alle neuen Diesel serienmäßig mit dem Rußfilter aus.

Der VDA hatte sich im Namen der deutschen Autobauer noch gegen den Partikelfilter gesträubt, als ihn französische Hersteller wie Peugeot längst anboten. Allerdings ist die Technik bei Autokäufern im Ausland deutlich weniger gefragt als in Deutschland. Deutsche Städte haben mit Fahrverboten für filterlose Diesel-Fahrzeuge gedroht, um die Feinstaub-Belastung in den Griff zu bekommen.

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