Verband: Tanktourismus gefährdet bis zu 5000 Arbeitsplätze
Benzin- und Diesel-Preise steigen weiter

Zum Wochenbeginn ist das Tanken an Deutschlands Zapfsäulen erneut teurer geworden. Der Tankstellen-Marktführer Aral erhöhte die Preise für Benzin um drei Cent und für Diesel um vier Cent je Liter, teilte ein Konzernsprecher in Bochum mit.

HB HAMBURG/BERLIN. Damit kostet ein Liter Superkraftstoff im bundesweiten Durchschnitt knapp 1,20 Euro, ein Liter Diesel gut einen Euro. Diese Preise liegen nur wenig unter dem Höchstniveau, das in der vergangenen Woche erreicht wurde. Ursache sei das anhaltend hohe Preisniveau am europäischen Ölmarkt in Rotterdam.

Unterdessen bedoht der zunehmende Tanktourismus Tankstellenbetreiber in den Grenzregionen in ihrer Existenz. Etwa 1 000 Tankstellen seien betroffen, 5 000 Arbeitsplätze akut gefährdet, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands mittelständischer Mineralölunternehmen, Reinke Aukamp, dem „Tagesspiegel“ (Montag).

Auch Spediteure ließen immer größere Tanks in ihre Lkw einbauen und planten Touren ins billige Ausland gezielt ein.

Eine Lösung für die Misere könnte ein Mineralölsteuerabschlag für die Einwohner grenznaher Regionen sein, sagte Aukamp. In Italien werde das bereits erfolgreich praktiziert.

„Der Tanktourismus boomt zurzeit wie nie“, sagte BP-Sprecher Ulrich Winkler der Zeitung. Mittelfristig - also auf Sicht von etwa fünf Jahren - sei die Entwicklung eine Bedrohung für alle grenznahen Tankstellen. Der Preisunterschied mache sich noch bis zu 50 Kilometer von der Grenze entfernt beim Treibstoffabsatz bemerkbar.

Neun Nachbarländer haben dem Bericht zufolge niedrigere Spritpreise als Deutschland. In Österreich etwa ist ein Liter Treibstoff bis zu zehn Cent billiger.

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