Verkauf an FountainVest
Bosch und Mahle besiegeln Abschied vom Turbolader

Die Autozulieferer Bosch und Mahle verkaufen nach Monaten der Suche ihr gemeinsames Turboladergeschäft an einen chinesischen Investor. Damit gehen sie einen weiteren strategischen Schritt weg vom Verbrennungsmotor.
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StuttgartNach acht Monaten Suche haben Bosch und Mahle jetzt einen Käufer für die gemeinsamen Turbolader-Aktivitäten gefunden. Das Gemeinschaftsunternehmen BMTS (Bosch Mahle Turbo Systems) mit 1300 Mitarbeitern an drei Standorten geht an den Finanzinvestor FountainVest Partners mit Sitz in Hongkong, unterstützt von globalen institutionellen Investoren. Einen entsprechenden Vertrag haben die Parteien bereits nach eigenen Angaben unterzeichnet, ohne Details und Kaufpreis zu nennen. Der Umsatz von BMTS wird in der Branche auf 400 Millionen Euro und der Kaufpreis auf 200 Millionen Euro geschätzt. Bosch und Mahle hatten in den Aufbau des Geschäftes deutlich mehr investieren müssen, als sie jetzt beim Verkauf erzielen.

Mit dem Deal geht binnen weniger Monate ein zweiter großer Teil von Bosch nach China. Im Mai hatten die Schwaben nach einem über zwei Jahre dauernden Prozess ihre traditionsreiche Anlasser-Sparte mit 7000 Beschäftigten und über einer Milliarde Euro Umsatz an den chinesischen Zulieferer ZMJ (Zhengzhou Coal Mining Machinery Group) und die Investmentfirma China Renaissance Capital Investment als Kapitalgeber für knapp 600 Millionen Euro verkauft. Offensichtlich sind vor allem chinesische Investoren bereit und auch in der Lage Technologien zu erwerben, die nur noch im Übergang zur Elektromobilität gebraucht werden.

Bei den Turboladern plant der Investor das Geschäft weiter auszubauen. „Wir sind davon überzeugt, dass der Markt für Turbolader auch in den kommenden Jahren weiter wachsen wird, insbesondere, da dieses Produkt bei Lösungen zur Schadstoffreduktion eine Schlüsselrolle spielen wird“, sagte Frank Tang, Mitbegründer und CEO von FountainVest. Er kündigte zudem neue Investitionen in das Unternehmen an.

Bosch und Mahle waren zu den notwendigen Investitionen nicht mehr bereit. „Wir freuen uns, dass wir einen Käufer gefunden haben, der BMTS mit Entschlossenheit, den notwendigen finanziellen Mitteln und einer entsprechenden Erfolgsbilanz bei Investitionen in der Automobilindustrie weiterentwickeln und zum nachhaltigen Erfolg führen will“, sagte Mahle-Chef Wolf-Henning Scheider. „Für BMTS eröffnen sich durch den neuen Eigentümer wichtige Perspektiven und Wachstumschancen in attraktiven Märkten wie China und Nordamerika“, ergänzte Boschs Mobility-Chef Rolf Bulander.

Die jetzt vollzogene Trennung von den Turboladern wirft ein Schlaglicht auf die durch Dieselskandal und Technologiewende gestresste Automobilindustrie. Wegen der hohen Entwicklungskosten für das elektrische und autonome Fahren müssen selbst große Automobilzulieferer wie Bosch und Mahle ihr Geld zusammenhalten. Strategische Investitionen werden härter kalkuliert als bisher. Nur so ist die Trennung vom Joint Venture BMTS zur Herstellung von Abgasturboladern zu verstehen.

Auf den ersten Blick überrascht der Verkauf: Denn Abgasturbolader erlauben es, spritsparend und mit weniger Emissionen aus kleinen Verbrennungsmotoren mehr Leistung zu kitzeln. Bei Hybridfahrzeugen mit Verbrennungsmotor und Elektromotor wird die Aufladung durch Turboaggregate zumindest in einer längeren Übergangsphase zum Elektroauto noch lange gebraucht werden. Der Markt dürfte weiter wachsen – eigentlich Grund genug, um weiter zu investieren.

Aber die Gründe für den Ausstieg liegen tiefer. Aus heutiger Sicht hatte das Joint Venture von Anfang an einen Geburtsfehler. Auf Wunsch der damaligen VW-Spitze um Martin Winterkorn und Aufsichtsrat Ferdinand Piëch sollten deutsche Zulieferer sich des Themas Turbolader für Benzinmotoren endlich annehmen. Den Aufstieg der Turbos bei Dieselmotoren hatten die deutschen Zulieferer Mitte der 1990er-Jahre verpasst. Heute weisen mehr als 90 Prozent der Dieselmotoren einen Turbo auf.

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  • Peter Spiegel kann man nur Recht geben. Alles steuert zu auf die New World Order des Großkapitals, Erika ist nur ein williges Rädchen im Rautenklub. Man braucht nur die Qualität in Verbindung mit Quantität der Menschen anschauen, die Europa gesteuert überschwemmen. Das ist dann die einfach manipulierbare Masse, die als Ergebnis heraus kommt. Europa braucht keine Industrie mehr, es ist prädestiniert für Agrar-Subsistenzwirtschaft, da gibt es keinen Widerstand weil die Menschen sich mit ihrem Überleben beschäftigen müssen und sich für Futter dann gegenseitig die Schädel einschlagen. Zurück ins Vormittelalter. Nur von einem Großgefüge wie China kann eine Weltregierung ausgehen. Die Position wird einfach gekauft, halb Afrika gehört denen auch schon, hier wird bereits die Infrastruktur wie Flughäfen verschachert. Was die Sowjetunion nicht geschafft hat, das finanzieren wir selbst ohne kalten Krieg mit Gier.

  • Eine Firma nach der Anderen wird ins Ausland verkauft oder ganze Industrien ruiniert. Dahinter stehen immer die selben Leute, der Freundeskreis von Erika.
    Da die Atomkraft, dort der Diesel, hier die Roboter, ein andermal ein Bio-Laden u.s.w. Scheibchenweise, also mit der berühmten Salamitaktik, wir die EU und auch die USA entkernt. Man kann nur hoffen, daß Trump stark genug ist um diese Leute
    kaltzustellen. Mit Frau .Dr. Merkel und gestern mit Herrn Fisher sind schon die Anfänge gemacht.

  • @ G. Nampf07.09.2017, 13:37 Uhr

    "Irgendwann gehört alles den Chinesen und wir sind deren Konsumsklaven."

    Iwo, wir kramen unsere alten Drahtesel wieder aus, oder fahren Pedelec aus..
    Sie haben recht.

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