Verkaufsstatistik

Deutsche lieben Geländewagen

Noch vor zehn Jahren galten Geländewagen als überflüssige Benzinfresser. Mittlerweile ist jeder siebte Neuwagen in Deutschland ein SUV. Kaum ein Segment der Automobilbranche wächst so schnell.
Update: 27.06.2011 - 08:14 Uhr 5 Kommentare
Der VW Tiguan gehört zu den erfolgreichsten Modellen im SUV-Segment. Quelle: gms

Der VW Tiguan gehört zu den erfolgreichsten Modellen im SUV-Segment.

(Foto: gms)

DuisburgSportliche Geländewagen (SUV) werden in Deutschland immer beliebter. In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden mit rund 178.000 Fahrzeugen so viele SUV wie noch nie verkauft, wie aus einer Studie des CAR-Autoforschung-Centers der Universität Duisburg-Essen hervorgeht. Demnach haben SUV aktuell einen Marktanteil von 13,4 Prozent. Fast jeder siebte Neuwagen ist ein solcher Geländewagen. „Damit ist sind die SUV das am schnellsten wachsende Fahrzeugsegment in Deutschland“, sagte Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer der dpa. Im Gegenzug verlieren Fahrzeuge mit Stufenheck Marktanteile.

Seit dem Jahr 2000 wachse das SUV-Segment in Deutschland jährlich um 15 Prozent, sagte Dudenhöffer. Im Jahr 2015 würden voraussichtlich mehr als 500.000 SUV als Neuwagen verkauft, dies wären dann 15,7 Prozent Marktanteil.

Der Audi Q3 kommt angerollt
Audi Q3
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Der Audi Q3 wird im Seat-Werk im katalanischen Martorell produziert. Rund 100.000 Autos sollen jährlich vom Band laufen. Der Einstiegspreis liegt bei 29.900 Euro - das Brudermodell Tiguan ist etwas erschwinglicher.

Audi Q3
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Zum Marktstart sind zwei Benziner und ein Diesel verfügbar, alles Vierzylinder mit Turbo und Direkteinspritzung.

Audi Q3
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Um die Verbräuche zu senken haben alle Versionen serienmäßig ein Rekuperations- und ein Start-Stopp-System an Bord.

Audi Q3
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Der stärkste Benziner (211 PS) und der stärkste Diesel (177 PS) werden nur mit permanentem Allradantrieb und einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ausgeliefert.

Audi Q3
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Noch nicht zum Serienstart verfügbar sein wir eine Bergabfahrhilfe, die das Vorankommen in bergigem Gelände erleichtern soll.

Audi Q3
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Es können vier verschiedene Modi ausgewählt werden, um den Q3 dem persönlichen Fahrstil anzupassen - von sportlich bis komfortabel.

Audi Q3
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Hierzu werden das Motormanagement und die optionalen adaptiven Dämpfer angepasst.

Im Jahr 1995 waren die aus USA herübergeschwappten SUV noch eine Nische: Gerade mal rund 68.000 Fahrzeuge dieser Klasse wurden damals abgesetzt. „Mittlerweile wird diese Zahl an SUV in Deutschland in weniger als zwei Monaten verkauft“, sagte Dudenhöffer. Meistverkaufte SUV in Deutschland sind nach seinen Angaben der VW Tiguan, der Nissan Qashqai, der BMW X1, der Audi Q5 und der Dacia Duster.

Der neue X3 in Bildern
BMW X3 01
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Der Vorgänger kam anfangs noch mit schwarzem Plastik an den Stoßfängern, beim Neuen ist davon nichts mehr zu sehen.

BMW X3 02
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Die neue Generation mit der hausinternen Bezeichnung F25 läuft in Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina vom Band.

BMW X3 03
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Der Neue ist auch ordentlich gewachsen. Kein Wunder, nach unten hat die X-Baureihe mit dem X1 Zuwachs bekommen. Da muss der X3 sich absetzen - und ist mit 4,65 Metern fast so lang wie der erste X5.

BMW X3 04
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Das Cockpit lässt sich um ein Head-Up-Display (1.100 Euro) ergänzen. Damit lassen sich Geschwindigkeit, Tempomat, Navigation und Warnhinweise in die Windschutzscheibe projezieren.

BMW X3 05
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Nur noch der Vierzylinder-Diesel hat serienmäßig eine Handschaltung, die Sechszylinder sind allesamt mit der Acht-Gang-Automatik kombiniert.

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Hinten geht es für zwei Leute sehr bequem zu. In der Mitte stört bei längeren Fahrten zu fünft der Kardantunnel.

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Der Kofferraum ist um 70 auf jetzt 550 Liter gewachsen. Mit umgeklappten Rücksitzlehnen werden es bis zu 1.600 Liter.

Auch bei SUV gibt es einen Effizienz-Trend: „Während die ersten SUV groß, schwer und Spritsäufer waren, setzt sich immer stärker der Trend zu den kompakten SUV, wie etwa der VW Tiguan oder Nissan Qashqai, durch“, betont Dudenhöffer. 77 Prozent der SUV seien mittlerweile Kompakt-SUV „und damit mit den früheren großen Brüdern aus USA nicht mehr vergleichbar“.

Schlamm drüber: Kompakte Geländegänger sind begehrt
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Flotter Begleiter für schmutziges kleines Gelände-Abenteuer gesucht ... Audi zeigt den neuen Q5, Mercedes fährt mit dem GLK vor: Die Mischung von dezenter Offroad-Optik und PKW-Komfort ist bei den Kunden sehr gefragt. Fast alle Autobauer haben kompakte Geländegänger im Angebot - und im Laufe des Jahres stehen weitere wichtige Neuheiten vor der Markteinführung. Denn während sich viele Käufer vom klassischen Offroader mit Oberförster-Image eher abwenden, explodieren die Verkäufe der Light-Versionen, die ohne die Schwere und Protzigkeit vieler Luxus-SUV-Panzer daherkommen. Ein Überblick über die aktuellen und kommenden kompakten Sports Utility Vehicles (SUV) in Bildern ... Foto: New Grand Vitara Diesel von Suzuki (2006; PR)

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Audi hat den neuen Q5 auf der Automesse in Peking vorgestellt: Der kleine Bruder des Luxus-SUV Q7 misst 4,63 Meter. Mit dem Mercedes GLK tritt er vor allem gegen den Platzhirsch BMW X3 an. Der Q5, von Audi auch als "Performance-SUV" bezeichnet, wirkt zwar durchaus kräftig, aber im Vergleich zu anderen Modellen jedoch nicht überdimensioniert für deutsche Straßen wie der Q7. Je nach Motorisierung werden zwischen 35.000 und 55.000 Euro fällig. Ab 2010 ist auch eine Hybrid-Variante denkbar. Foto: PR

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Für den Antrieb hat Audi zunächst drei Motoren vorgesehen: Einziger Benziner ist der 2.0 TFSI mit 211 PS und 350 Newtonmeter (Nm), der maximal 222 Kilometer pro Stunde (km/h) erlaubt und im Mittel 8,5 Liter verbraucht (CO2-Ausstoß: 201 g/km). Daneben gibt es einen 2,0-Liter-TDI mit 170 PS und 350 Nm, der 204 km/h erreicht und 6,7 Liter verbraucht (CO2: 178 g/km) sowie als einzigen Sechszylinder den 3.0 TDI. Er steht mit 204 PS, 500 Nm, 225 km/h, 7,7 Litern und 204 g/km in der Liste. Foto: PR

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Kleiner als der Q7 und flacher als die Konkurrenz, der Audi Q5: Er ist 4,63 Meter lang und 1,88 Meter breit, aber nur 1,65 Meter hoch. Damit hat er unter den Kompakt-SUVs laut Audi die sportlichsten Proportionen. Bei einem Radstand von 2,81 Metern bietet der Q5 Platz für fünf Passagiere und 540 Liter Gepäck. Klappt man die Rücklehnen um, steigt das Ladevolumen auf 1.560 Liter. Markteinführung: Wahrscheinlich im 4. Quartal. Foto: Reuters

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Auch er feierte sein Debüt in China: Mercedes-Benz zeigte den kompakten GLK während der Automesse in Peking, die vom 23. bis 28. April 2008 dauerte. Der GLK orientiert sich mehr an der G- als an der M-Klasse. Die wenigen Rundungen tun dem 4,52-Meter langen Baby-Softroader sehr gut. Steht das G im Namen des Mercedes GLK für den großen Benz-Bruder, so deutet das L auf Lusxus und das K auf die Kompaktbauweise hin. Foto: Reuters

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Wie der Hersteller aus Stuttgart mitteilte, beginnen die Preise mittelfristig bei 40.341 Euro. Weil das Basismodell mit einem Vierzylinder-Diesel aus einer neuen Motorengeneration aber erst im nächsten Jahr auf den Markt kommt, kostet der Allradler zunächst mindestens 43.554 Euro. Dafür gibt es den Geländewagen dann als GLK 280 mit einem V6-Benziner, der 231 PS und 300 Newtonmeter (Nm) erreicht, in 7,6 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt und eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h erlaubt. Foto: Reuters

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Mercedes GLK: Zur Serienausstattung gehören neben Allradantrieb und Automatik sieben Airbags und ESP mit Gespannstabilisierung. Dazu kommen unter anderem aktive Kopfstützen, Klimaautomatik und ein Tempomat. Gegen Aufpreis gibt es ein Panoramadach, ein Offroad-Technik-Paket mit mehr Bodenfreiheit, Bergabfahrhilfe, auf Knopfdruck zu ändernder Motorsteuerung und Unterfahrschutz sowie eine elektrische Heckklappe, die den Zugang zum 450 Liter großen Kofferraum des Fünfsitzers erleichtert. Foto: Reuters

Der große Verlierer im deutschen Automarkt ist die Stufenheck-Limousine. Diese werde fast nur noch von den Premiumherstellern verkauft. Die meistverkauften Autos mit Stufenheck sind laut der Studie derzeit die Mercedes C-Klasse, der BMW 5er und Mercedes E-Klasse. Betrug im Jahre 1995 der Marktanteil der Stufenheck-Limousine in Deutschland noch 24,4 Prozent, ist er mittlerweile auf 6,2 Prozent geschrumpft.

  • dpa
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5 Kommentare zu "Verkaufsstatistik: Deutsche lieben Geländewagen"

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  • Ich habe einen großen Hund und Kinder. Was soll ich mit einem Kleinwagen? Gehirnamputierte Schwachmaten! Die Planwirtschaft (da war Zwang noch in) hat zu einer erheblichen Umweltverschmutzung und 0 Innovationsanreiz geführt. Erst durch viel Verbrauch und teuere Benzinpreise, werden Alternativen erfunden! So nun z.B. die Erfindung eines neuen flüssigen Wasserstoffes, der nicht mehr gekühlt werden muss und durch Sonnenenergie gewonnen wird.

  • Habt Mitleid mit den SUV-Fahrern. Der Kauf hat reine EGO_Gründe. Demonstration von Kraft und Potenz für die, die es nötig haben.

  • Genau: Man muss die deutschen Autofahrer ZWINGEN, endlich kleine Fahrzeuge zu kaufen - am besten gar keine. Man muss sie ZWINGEN, das Auto stehen zu lassen. Man muss die Deutschen ZWINGEN, endlich grün zu werden. Wo kommen wir denn sonst hin? Ist doch alles geplant für den grünen Sozialismus!
    Das Glaubensbekenntnis der Gutmenschen ist in weiteren Kommentaren zu lesen. Amen!

  • Anstatt sich einer allgemeinen Verunsicherung bewusst zu werden, verschanzt man sich im Panzerspähwagen.

  • hier hätte man schon vor Jahren die deutsche Autoindustrie zwingen müssen, ihre Kompetenz und Entwicklung nicht in die Richtung von mehr Masse und Stärke zu setzen. Schon heute wäre es möglich gewesen unseren Fahrzeugbestand auf ein Durchschnittsverbrauch von 4-5 Liter drücken.
    Und hätte uns jetzt eine deutliche Perspektive geboten, um die Erdölverknappung etwas langfristiger zu sehen.
    Der augenblickliche Fahrzeugbestand wird die Problematik erheblich beschleunigen und ein Literpreis von 2,50 Euro wird in wenigen Jahren erreicht sein

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