Verkehr
Adac warnt vor Verkehrssünden im Ausland

Der Adac hat Autofahrer vor den Konsequenzen einer neuen europäischen Verordnung zu Bußgeldern im Ausland gewarnt. „Wer im Ausland ein Knöllchen erhält, kann dafür in Zukunft zu Hause belangt werden“, so Generalsyndikus Werner Kaessmann in Lübeck.

dpa LüBECK. Der Adac hat Autofahrer vor den Konsequenzen einer neuen europäischen Verordnung zu Bußgeldern im Ausland gewarnt. „Wer im Ausland ein Knöllchen erhält, kann dafür in Zukunft zu Hause belangt werden“, so Generalsyndikus Werner Kaessmann in Lübeck.

Die neue Regel solle innerhalb der Europäischen Union ab März 2007 und möglicherweise auch rückwirkend gelten. Bisher wurden nach Kaessmanns Angaben im Ausland begangene Verkehrssünden nur geahndet, wenn die Polizei den Fahrer vor Ort persönlich „erwischte“. Wer etwa „geblitzt“ wurde, ging bisher straffrei aus.

„Mit Ausnahme von der Schweiz und Österreich gab es keine Abkommen zur Vollstreckung“, sagte Kaessmann. Wie die neue EU-Regel künftig umgesetzt werde, sei aber fraglich. Denn den Verwaltungsaufwand hat Kaessmann zufolge das Land, in dem beispielsweise zu schnell gefahren wurde, das Bußgeld fließe aber in die Kasse des Staates, in dem der Raser wohnt - nach dem Bußgeldkatalog im Ausland. Deutsche Autofahrer müssten sich zum Teil auf erhebliche Bußgelder einstellen. „In einigen Ländern ist man für Falschparken schnell mit 80 Euro dabei“, betonte Kaessmann, fügte aber hinzu: „Wer ins Ausland fährt, muss die dortigen Regeln beachten, das ist ja der Sinn.“

Kaessmann kritisierte außerdem die geplante Verschärfung der europäischen „Führerschein-Richtlinie“. Demnach sollen Autofahrer ihre Fahrerlaubnis nach einem Verlust nicht mehr im Ausland sondern nur noch im Heimatland wieder erwerben dürfen. „Das ist eine Rückwärtsentwicklung, die so nicht gewollt war“, sagte der 58- Jährige.

Mit der Neuregelung solle dem „Führerscheintourismus“ vorgebeugt werden. Von 2004 bis 2006 waren nach Adac-Angaben 2 800 deutsche Fahrer mit ausländischer Fahrerlaubnis auf deutschen Straßen ermittelt worden, 2 100 davon hatten ihren deutschen Führerschein zuvor wegen Alkohol- oder Drogenkonsums verloren. „Man müsste diesen Missbrauch anders in den Griff bekommen. So wird die Freiheit wieder geopfert“, sagte Kaessmann.

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