Verkehr
Bei der MPU ist Selbstkritik gefragt

Um die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) kreisen viele Gerüchte. Kein Wunder, dass viele Autofahrer Angst vor der „Untersuchung zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis“ - salopp „Idiotentest“ genannt - haben.

dpa/gms MüNCHEN. Um die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) kreisen viele Gerüchte. Kein Wunder, dass viele Autofahrer Angst vor der „Untersuchung zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis“ - salopp „Idiotentest“ genannt - haben.

Oft ist die Furcht jedoch unbegründet, denn mit Vorbereitung ist die MPU meist nicht so schlimm, wie befürchtet. Fast 105 000 Mpus wurden nach Angaben des TÜV Süd in München im vergangenen Jahr in Deutschland vorgenommen. Im Jahr 2004 waren es noch mehr als 111 000. Damit ging die Zahl um mehr als sechs Prozent zurück. Lediglich Mpus, die auf Drogen zurückzuführen waren, nahmen um mehr als sieben Prozent zu.

Die Regeln, wer sich der Untersuchung unterziehen muss, sind genau festgelegt: Jedem, der mit mehr als 1,6 Promille oder wiederholt unter Alkoholeinfluss hinterm Steuer erwischt wird, sowie Fahrer, die unter dem Einfluss von Drogen Auto fahren, steht eine MPU bevor. Auch wenn sich im Verkehrszentralregister in Flensburg mehr als 18 Punkte angesammelt haben, ist die Untersuchung fällig.

Bevor Verkehrssünder zur MPU antreten können, müssen sie ihre Sperrfrist abwarten. Doch schon während dieser Zeit ist Engagement gefragt: „Niemand sollte unvorbereitet in die MPU gehen“, rät Thomas Wagenpfeil, Verkehrspsychologe beim TÜV Süd. Beispielsweise der Adac oder der TÜV bieten kostenlose Informationsabende zur MPU an.

Beratend zur Seite steht auch der Verein Beratung und Aufklärung bei Führerscheinproblemen in Eglfing (Bayern). „Die meisten Betroffenen sind durch Stammtischgerüchte beunruhigt“, sagt dessen Vorsitzende Carmen Liebs. Eine gute Beratung nehme meist die Angst. „In der MPU wird keine Kaffeesatzleserei betrieben“, beruhigt auch Wagenpfeil. Der Ablauf ist genau festgelegt: Drei verschiedene Untersuchungsteile warten auf die Betroffenen.

Zunächst wird in einem computergestützten Test die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit des Fahrers überprüft. Im medizinischen Teil der MPU werden Erkrankungen unter die Lupe genommen, die für die Fahreignung relevant sein können. Eventuell werden auch Blut- und Urinproben genommen, um den aktuellen Drogenkonsum zu kontrollieren.

Den Schwerpunkt bildet allerdings die psychologische Untersuchung. Dabei interessiere den Gutachter die persönliche Einstellung zu dem Verkehrsvergehen, die Vorgeschichte sowie eventuelle Verhaltensänderungen seitdem. „Es gibt jedoch keinen Katalog von Fragen, der einfach abgearbeitet wird“, beruhigt Wagenpfeil. Es handele sich um ein anlassbezogenes Gespräch, das der Teilnehmer selber mitsteuern kann. Um den heißen Brei herum zu reden, bringe dennoch nichts. „Am Ende weiß der Gutachter, was er wissen muss.“

Voraussetzung für ein positives Gutachten ist vor allem, dass der Betroffene sein Verhalten selbstkritisch betrachtet. Erst dann kann davon ausgegangen werden, dass die Wiederholungswahrscheinlichkeit gering ist. Ist der MPU-Teilnehmer auf dem richtigen Weg, eine Fahreignung aber noch nicht hundertprozentig zu erkennen, kann der Gutachter einen Nachschulungskurs anordnen. „Das erspart dem Betroffenen eine wiederholte MPU“, erklärt Adac-Jurist Michael Ludovisy in München. Nach einem erfolgreich absolvierten Kurs, kann dann der Führerschein wieder in den Händen gehalten werden.

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