Verkehr
Linienbusvollbremsung: Betreiber haftet für Verletzungen

Ein Linienbus-Betreiber haftet grundsätzlich, wenn sich ein sitzender Fahrgast bei einer Vollbremsung verletzt. Das meldet die Fachzeitschrift „NJW- Rechtsprechungs-Report Zivilrecht“ unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) München.

dpa/gms MüNCHEN. Ein Linienbus-Betreiber haftet grundsätzlich, wenn sich ein sitzender Fahrgast bei einer Vollbremsung verletzt. Das meldet die Fachzeitschrift „NJW- Rechtsprechungs-Report Zivilrecht“ unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) München.

Das Gericht widersprach damit dem Bus-Betreiber: Der hatte argumentiert, ein Fahrgast sei verpflichtet, sich einen Sitzplatz auszusuchen, an dem eine Querstange zum Festhalten angebracht sei, weil er im innerstädtischen Linienverkehr mit einer Vollbremsung rechnen müsse (Az.: 24 U 617/05).

Das Gericht gab dem Bericht zufolge mit seinem Urteil der Regressklage einer Krankenkasse gegen den Betreiber einer Buslinie statt. Ein 88-jähriger Versicherter der Krankenkasse war bei der Vollbremsung vom Sitz nach vorne gestürzt und hatte sich erheblich verletzt. Die Krankenkasse wollte von dem Busunternehmer die Behandlungskosten von knapp 5 600 Euro ersetzt haben.

Das OLG sah diese Forderung als berechtigt an. Das Unternehmen hafte für die Sicherheit der Fahrgäste. Diese Haftung sei nur ausgeschlossen oder beschränkt, wenn sich ein Fahrgast durch sein Verhalten selbst in Gefahr bringe. Das sei hier jedoch nicht der Fall gewesen.

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