Verkehr
Schweres Gepäck gehört nicht aufs Dach

Die Vorfreude auf die Piste ist schnell vorbei, wenn schon die Fahrt in den Winterurlaub mit Stress beginnt. Und das passiert leicht. Viele Probleme lassen sich aber durch umsichtige Planung vermeiden. Das gilt zum Beispiel für das Packen.

dpa/gms MüNCHEN. Die Vorfreude auf die Piste ist schnell vorbei, wenn schon die Fahrt in den Winterurlaub mit Stress beginnt. Und das passiert leicht. Viele Probleme lassen sich aber durch umsichtige Planung vermeiden. Das gilt zum Beispiel für das Packen.

„Viele Wintersportler haben Ski-Boxen, die aerodynamisch geformt sind“, sagt Maximilian Maurer, Sprecher des Adac in München. Und das sei auch vernünftig. „Allerdings gehören dort nur Ski, Stöcke und Stiefel rein, kein weiteres schweres Gepäck.“

Denn je mehr Gewicht die Boxen haben, umso höher liegt der Schwerpunkt des Fahrzeugs - mit unangenehmen Folgen: „Die Fahreigenschaften ändern sich“, warnt Maurer, „der Wagen wird instabiler, die Kurvenneigung nimmt zu.“ Das heißt zwar nicht gleich, dass das Auto kippen muss, aber zumindest kann es leichter ins Schlingern kommen. Und das ist im Winter gefährlich genug.

Zu viel Gewicht auf dem Dach ist auch beim Bremsen ein Problem, warnt Maurer: „Bei 50 Kilogramm ist Schluss.“ Wer keine Dachbox hat und gewöhnliche Skidachträger nutzt, muss mit einem höheren Luftwiderstand und folglich auch mit mehr Benzinverbrauch rechnen: „Das können leicht 20 Prozent mehr werden.“ In jedem Fall sollten die Skienden nach hinten zeigen, um schon dadurch den Luftwiderstand zu verringern.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn auch der Schlitten auf dem Dach transportiert wird: „Für solche Fälle empfehlen sich Verspannungsgurte zum Verzurren“, sagt Maurer, „einfache Gummi-Expander können zu leicht reißen.“ Beim Beladen des Kofferraums ist zu beachten, dass schweres Gepäck immer nach unten gehört, möglichst direkt hinter die Rücksitzbank. „Und weil beim Winterurlaub meistens noch etwas mehr eingepackt wird als im Sommer, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass dadurch die Sicht nicht behindert wird.“

Bei Eis und Schnee während der Fahrt in den Winterurlaub ist vorausschauendes Fahren umso wichtiger. Räum- und Streuwagen sollten möglichst nicht überholt werden. Auch ausreichender Abstand ist dem Adac zufolge wichtig. Wer eines der Fahrzeuge überholt, gerät oft unvermeidlich auf ungeräumte Straßenabschnitte, auf denen das Fahren zur Herausforderung wird.

Auf der Autobahn ist das Überholen riskant, weil Räum- und Streufahrzeuge dort oft im Verbund fahren. Hält ein Autofahrer zu geringen Abstand, droht das Auto mit Schneestaub und Salz bespritzt zu werden. Der Fahrer hat dann im schlimmsten Fall kurzfristig keine Sicht mehr.

Autofahrer müssen bei Frost außerdem mit Eisplatten rechnen, die von LKW-Dächern herabstürzen, warnt der Auto- und Reiseclub Deutschland (Arcd) in Bad Windsheim. Denn auf den Abdeckplanen von Lastwagen und Anhängern kann sich Regenwasser sammeln, das bei Minusgraden gefriert. Während der Fahrt können sich diese zum Teil mehrere Zentimeter dicken und Kilogramm schweren Platten lösen und die Autos treffen, die hinter ihnen fahren. Ausreichender Abstand zu Fahrzeugen mit solchen Verdecken ist deshalb dringend zu empfehlen.

Ein ähnliches Risiko besteht durch Schneemassen, die nicht vom Fahrzeug entfernt wurden, warnt der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAmtc) in Wien. Sie können nachfolgenden Verkehrsteilnehmern oder dem Fahrer selbst die Sicht nehmen, wenn sie die Windschutzscheibe treffen.

Ein Risiko gerade in der Hauptsaison für Wintersportler sind Staus auf dem Weg in die Skigebiete. Um in solchen Fällen gegen Kälte gewappnet zu sein, sollten Autofahrer warme Kleidung mitnehmen, rät der Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart. Sinnvoll seien Steppjacken, aber auch Schals, Wollmützen und Handschuhe. Das Risiko sollte nicht unterschätzt werden: „Es sind schon Menschen im Auto erfroren“, sagt Adac-Sprecher Maurer. Besonders wenn Kinder mit im Auto sitzen - die auf Kälte empfindlicher reagieren -, seien auch Decken wichtig.

Damit es im Stau nicht langweilig wird, sollten Eltern für kleinere Kinder Spiele mitnehmen. „Und die sollten möglichst nicht ganz unten im Kofferraum stecken.“ Bei längeren Fahrten ans Urlaubsziel schadet es nicht, Proviant einzupacken - Saft und Wasser in Plastikflaschen zum Beispiel und Kaffee oder Tee in der Thermosflasche. Und je kälter es ist, umso eher empfiehlt sich dem ACE zufolge kalorienreiche Kost wie Wurst- oder Käsebrote.

Bei längeren Touren sollte außerdem darauf geachtet werden, dass der Tank noch voll ist, rät der TÜV Rheinland in Köln. Sicherheitshalber empfiehlt es sich, vor dem Start noch einmal zu tanken oder einen Reservekanister mitzunehmen. Denn der Spaß ist definitiv vorbei, wenn die Reise in den Winterurlaub im Stau endet und das Benzin ausgeht: Wenn der Motor sich verabschiedet, wird es im Auto dann nämlich unangenehm kalt.

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