Verkehr und Infrastruktur: Marode Brücken sind ein hausgemachtes Problem

Verkehr und Infrastruktur
Marode Brücken sind ein hausgemachtes Problem

Eingeschränkt befahrbare oder gesperrte Brücken – das erleben wir in Zukunft wohl öfter. Schuld sind nicht nur Versäumnisse aus der Vergangenheit.
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Im Rhein-Main-Gebiet, zwischen den Landeshauptstädten Mainz und Wiesbaden, herrscht in diesen Tagen Verkehrschaos. Mit der Schiersteiner Brücke ist ein wichtiger Übergang über den Rhein in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch für den Verkehr komplett gesperrt worden. Kilometerlange Staus waren und sind die Folge.

Ein Brückenpfeiler hatte sich im Rahmen von Renovierungsarbeiten verschoben, die Brücke selbst sich um 30 Zentimeter gesenkt. Experten begutachten den Schaden nun vor Ort, erst kommende Woche wollen sie eine Aussage treffen, wann der Rhein-Überweg wieder befahrbar ist.

Ein aktuelles Beispiel, das für viele sanierungsbedürftige Bundesstraßen- und Autobahnbrücken steht. Geschwindigkeitsbeschränkungen oder sogar Fahrverbote für Lkw wie auf der Leverkusener Rheinbrücke in NRW oder zeitweise auf der Rader-Hochbrücke in Schleswig-Holstein sind eine deutschlandweit verbreitete Folge.

Vor allem der wachsende Güterverkehr ist Grund für die zunehmende Sanierungsbedürftigkeit. Ein großer Teil der Autobahnbrücken stammt aus den 60er- und 70er-Jahren, als das Autobahnnetz umfassend ausgebaut wurde. Damals wog der durchschnittliche Lkw 26 Tonnen, heute sind es 44 Tonnen.

Neben dem Gewicht stiegen auch die Anzahl der Lkw und die Transportleistung rasant an. Im Jahr 1970 legten Lkw in Deutschland 28,2 Milliarden Kilometer zurück, 30 Jahre später waren es bereits 71,8 Milliarden Kilometer, so die Zahlen des Bundesverbands Güterkraftverkehr.

Alleine vom Jahr 2000 bis 2013 stieg die Transportleistung der Lastwagen auf deutschen Straßen nach Zahlen des Bundesverkehrsministeriums von 177,6 Milliarden Tonnenkilometern auf 238,7 Milliarden Tonnenkilometer.

Mit einem derart massiven Anstieg der Verkehrslasten hatte man in der Planungsphase vor rund 50 Jahren  nicht gerechnet. Erschwerend kommt hinzu, dass ein LKW mit zweimal zehn Tonnen Achslast auf der Autobahn laut „Straßen NRW“ die gleiche Zerstörungswirkung wie 60.000 PKW hat.

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Spontanversagen unwahrscheinlich

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