Verkehrsrechtsexperten warnen vor den Gefahren der Navigationsgeräte – Hohe Unfall- und Haftungsrisiken
Finger weg während der Fahrt

Vielen Autofahrern ist gar nicht klar, dass elektronische Navigationsgeräte auch erhebliche Unfall- und Haftungsrisiken bergen. Experten warnen immer häufiger vor der Gefahrträchtigkeit der Bordcomputer: Wer sie während der Fahrt bedient und dadurch einen Verkehrsunfall verursacht, haftet selber für die Schäden am eigenen Fahrzeug.

GARMISCH. „Nächste Straße links abbiegen! Dann Ziel erreicht“: So entspannt die Fahrt mit den elektronischen Navigationsgeräten selbst bei dickstem Verkehr auch sein mag – vielen Benutzern ist gar nicht klar, dass die modernen Wegweiser auch erhebliche Unfall- und Haftungsrisiken bergen. Experten warnen immer häufiger vor der Gefahrträchtigkeit der Bordcomputer: Wer sie während der Fahrt bedient und dadurch einen Verkehrsunfall verursacht, kann sich nämlich nicht auf ein Augenblicksversagen berufen. „Die KFZ-Versicherung übernimmt dann zwar den Fremdschaden, der beim Unfallgegner eingetreten ist“, sagt Rechtsanwalt Hubert van Bühren aus Köln. „Für die eigenen Fahrzeugschäden muss der Fahrer aber selbst aufkommen".

Der Grund: Die Vollkaskoversicherung wertet die Bedienung des Navigationsgeräts während der Fahrt – ähnlich dem Aufsammeln einer heruntergefallenen brennenden Zigarette – als grob fahrlässig und verweigert deshalb die Zahlung. Kommuniziert der Fahrer während der Fahrt mit dem Boardcomputer, indem er Daten eingibt und dabei immer wieder auf das Display schaut, kommt das einem Blindflug gleich. „Darüber gibt es Forschungsergebnisse, insbesondere aus Schweden“, berichtet der Kölner Verkehrsrechtsexperte Klaus Himmelreich. „Darin wurde nachgewiesen, dass der Einsatz der Navigationssysteme im Auto gefährlicher ist als etwa der Gebrauch eines Handys.“

Wer bei Tempo 50 nur zwei Sekunden auf die Armaturen schaut, wird auf einer Strecke von 28 Metern zum echten Unfallrisiko; bei einer Fahrgeschwindigkeit von 150 km/h sind es bereits 83 Meter. Nimmt der Autofahrer dann die roten Bremslichter seines Vordermannes zu spät wahr, ist es auch schon passiert. In einigen Feldversuchen mit Navigationsgeräten wurde sogar festgestellt, dass der Blick zu den Geräten über 2 Sekunden und teilweise sogar über 4 und 6 Sekunden dauert.

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