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Verkehrsrisiko Beleuchtungsmängel

„Sehen und gesehen werden“ - das Motto für mehr Verkehrssicherheit bekommt in den Herbst- und Wintermonaten eine besondere Bedeutung.

dpa/gms BONN/MECKENHEIM. „Sehen und gesehen werden“ - das Motto für mehr Verkehrssicherheit bekommt in den Herbst- und Wintermonaten eine besondere Bedeutung.

Wenn sich die Sichtverhältnisse durch Regen, Nebel und Schnee verschlechtern und die Dunkelheit früher einsetzt, ist eine funktionierende Beleuchtung am Auto lebenswichtig. Defekte Leuchten zählen nach Angaben der Deutschen Verkehrswacht (DVW) in Meckenheim bei Bonn zu den häufigsten technischen Ursachen von Verkehrsunfällen.

„Viele Autofahrer wissen nicht, dass die Beleuchtung moderner Fahrzeuge nicht wartungsfrei ist und auch kaputt gehen kann“, sagt DVW-Sprecher Rainer Hessel. So können beispielsweise Glühlampen durchbrennen, Scheinwerfergläser durch Steinschlag splittern oder durch eindringende Feuchtigkeit von innen beschlagen. Um die „Blinden“, „Blender“ und „Einäugigen“ aufzuspüren, organisiert die DVW zusammen mit dem Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes jeden Herbst eine Aktion, bei der Autofahrer kostenlos die Lichtanlage ihres Wagens überprüfen lassen können.

Eine besondere Gefahr stellen laut Bernd Kulow vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn „einäugige“ Fahrzeuge mit nur einem funktionierenden Scheinwerfer dar: Sie könnten von Entgegenkommenden mit Motorrädern verwechselt werden.

Um die Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer zu verbessern, empfiehlt Rainer Hessel, mit einsetzender Dämmerung sowie bei beginnendem Regen das Fahrlicht einzuschalten. Der DVR rät sogar, in der dunklen Jahreszeit generell mit Abblendlicht zu fahren. „Wir befürworten, dass das Tagfahrlicht Standard wird“, erklärt Kulow.

Vor einer endgültigen Entscheidung, ob das Tagfahrlicht in Deutschland Pflicht wird, sollen noch die Ergebnisse einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) in Bergisch Gladbach abgewartet werden.

Die Bast vergleicht nach Angaben ihrer Sprecherin Petra Peter-Antonin die Erkenntnisse internationaler Forschungen mit der Situation in Deutschland. Es soll ermittelt werden, wie die Erkenntnisse hier zu Lande umgesetzt werden können. Ungeklärt sei etwa noch, ob künftig lediglich das Abblendlicht ständig eingeschaltet werden soll oder ob spezielle Tagfahrleuchten eingeführt werden.

Ein sich automatisch einschaltendes Fahrlicht könnte für ein einheitlicheres Sichtbarkeitsmuster der Autos sorgen. Nach den Erfahrungen der Verkehrsexperten sind sich die Autofahrer nicht einig, wann sie welches Licht einschalten sollen. Manche Fahrer sind selbst bei fortgeschrittener Dämmerung ohne Licht unterwegs, andere schalten schon bei leichtem Regen die Nebelschlussleuchte ein.

Das ist nach Angaben von DVR-Sprecher Kulow jedoch verboten und mit einem Bußgeld von 10 Euro verbunden. „Die Nebelschlussleuchte gilt als Warnzeichen und darf nur bei Nebel mit Sichtweiten unter 50 Metern eingeschaltet werden - nicht bei Dunkelheit, Regen oder Nieselwetter.“

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