Verkehrssünder
Knöllchen überschreiten zukünftig die Grenze

Bislang war an den nationalen Grenzen für Strafzettel Endstation - der EU zum Trotz. Damit ist jetzt allerdings Schluss, das Knöllchen ohne Grenzen wird Realität. In Deutschland werden Verwarnungen aus dem Ausland von mehr als 70 Euro abkassiert, und das kann Verkehrssünder teuer zu stehen kommen.
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HB BERLIN. Wer im Ausland als Verkehrssünder auffiel und Strafzettel sammelte, konnte diese in der Regel bislang getrost ignorieren. Damit ist nun Schluss: Knöllchen aus dem EU-Ausland werden bald auch in Deutschland eingetrieben, wenn es um mehr als 70 Euro geht. Nach dem Bundestag billigte auch der Bundesrat am Freitag das Gesetz zu einem entsprechenden EU-Beschluss. Als nächstes geht es zur Ausfertigung an den Bundespräsidenten. Wahrscheinlich tritt es noch vor Jahresende in Kraft.

Dann könnten Verkehrssünden jenseits der Grenzen teuer werden. Die Bußgeldsätze in Deutschland liegen nach Angaben des ADAC unter dem EU-Durchschnitt. Vor allem in skandinavischen Ländern sind sie außerordentlich hoch. Beispiel: Wer 20 Stundenkilometer zu schnell ist, zahlt in Deutschland bis zu 35 Euro. In den Niederlanden sind es mindestens 100 Euro, in Schweden 280 Euro oder mehr. Wer eine rote Ampel „überfährt“, muss dafür in Deutschland mit 90 bis 320 Euro büßen. In Norwegen können es nach ADAC-Angaben 650 Euro sein.

Nach der noch geltenden Rechtslage werden Raser und Falschparker bei Verstößen im Ausland bislang in Deutschland in den seltensten Fällen belangt. Eine Ausnahme ist Österreich, weil es eine bilaterale Vereinbarung gibt. Wer anderswo eine Rechnung offen hat, muss bislang nur büßen, wenn er dort erneut in eine Verkehrskontrolle gerät und dann für vergangene Sünden zur Kasse gebeten wird.

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