Verlust von Marktanteilen befürchtet
Opel-Betriebsrat verärgert über Mutterkonzern

Dem amerikanischen Mutterkonzern GM hat der Opel-Betriebsrat in der Debatte über Kostensenkungen und Standortschließungen in Europa geschäftsschädigendes Verhalten vorgeworfen.

HB RÜSSELSHEIM. In einem am Montag im Rüsselsheimer Werk an die Beschäftigten verteilten Flugblatt wird eine Reihe von Negativschlagzeilen aus den vergangenen Wochen in den Medien dafür verantwortlich gemacht, dass das Ansehen von Opel gelitten habe. „Dieser ausschließlich vom GM-Management losgetretene Imageschaden kostet Marktanteile. Noch höhere Rabatte sind erforderlich, um den Rückgang auszugleichen, was wiederum zu noch tieferen roten Zahlen führen wird“, hieß es in dem Flugblatt. Opel wollte dies nicht kommentieren.

Der weltweit größte Autohersteller GM schreibt seit Jahren Verluste in Europa und hatte kürzlich angekündigt, künftig die Töchter Opel, Saab und Vauxhall aus der Europa-Zentrale in Zürich zu steuern. Opel als das Herzstück von GM-Europa wird früheren Angaben aus Konzernkreisen wegen der schwachen Autokonjunktur im Inland und der Rabattschlacht unter den Herstellern sein Ziel einer Rückkehr in die Gewinnzone in diesem Jahr voraussichtlich verfehlen.

In der Debatte über die Schließung eines europäischen Standorts argumentiert der Opel-Betriebsrat für den Erhalt des Rüsselsheimer Werks. Das Werk sei weltweit das modernste von GM. Mit geringen Investitionen könne die Mittelklasse dort zentral produziert werden. Allerdings würden diese Standortvorteile nicht automatisch zu einer Entscheidung für Rüsselsheim führen. „Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass die direkten Arbeitskosten bei Saab rund 15 Prozent unter denen in Deutschland liegen und die Schweden viele unserer Schutzgesetze nicht kennen“, heißt es in dem Flugblatt weiter.

Betriebsrat und Geschäftsleitung verhandeln bei Opel zurzeit über Kostensenkungen in den Werken. In einem über 20 Punkte umfassenden Forderungskatalog schlägt Opel unter anderem die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich vor.

GM will die Fahrzeuge der Mittelklasse seiner Marken Opel und Saab ab 2008 nur noch einem europäischen Werk bauen lassen. Derzeit werden das Opel-Werk in Rüsselsheim und der Saab-Standort im schwedischen Trollhättan daher auf ihre Tauglichkeit geprüft. Die Belegschaftsvertretungen beider Standorte mobilisieren derzeit gegen die mögliche Schließung eines der beiden Werke.

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