Verstärkter Einsatz von Zivilfahrzeugen
Gesetzgeber will Raser bremsen

Nach dem von einem Autobahnraser verursachten Unfalltod einer 21-jährigen Frau im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit Forderungen nach höheren Strafen für Drängler laut. Der Gesetzgeber hat reagiert und will Raser vom kommenden Jahr an höher als bisher zur Kasse bitten.

HB KARLSRUHE. Zwar gibt es keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem mittlerweile rechtskräftigen Karlsruher „Autobahnraser-Urteil“ und dem Ruf nach schärferer Ahndung derartiger Vergehen. Doch das schreckliche Ereignis dürfte das Handlungsbedürfnis des Gesetzgebers forciert haben. Jüngste Informationen des Auto Club Europa (ACE) über entsprechende Änderungspläne wurden jetzt von einem Sprecher des Bundesverkehrsministeriums bestätigt.

Nach dem Referentenentwurf, der sich derzeit noch im Anhörungsverfahren befindet, sollen in Zukunft zu nahe auf den Vordermann auffahrende Drängler mit bis zu 250 Euro Bußgeld und drei Monaten Fahrverbot belegt werden können. Bislang ging die Sanktion nicht über 150 Euro und einen Monat Führerscheinentzug hinaus.

Im Fall des Karlsruher Autobahnrasers hatte das Landgericht Ende Juli in zweiter Instanz einen Ingenieur wegen fahrlässiger Tötung und Straßenverkehrsgefährdung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Laut Richterspruch war der damals 35-jährige frühere DaimlerChrysler-Mitarbeiter am 14. Juli 2003 mit seinem 476 PS starken Firmenwagen mit rund 250 Stundenkilometern über die Autobahn 5 bei Karlsruhe in Richtung Norden gerast.

Grob verkehrswidrig und rücksichtslos sei er bis auf 10 oder 20 Meter auf den mit Tempo 130 bis 150 auf der linken Spur fahrenden Kleinwagen der jungen Mutter aufgefahren. Die Fahrerin hatte nach Erkenntnissen des Gerichts vor Schreck das Steuer herumgerissen und war dabei mit ihrem Wagen in eine Baumgruppe geprallt. Für sie und ihr Kind kam jede Hilfe zu spät.

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