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Viele Unterschiede bei Hybrid-Systemen

Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) hat einen Begriff in den Vordergrund gerückt: Hybridantrieb. Der wird in den kommenden Jahren Hersteller und Käufer beschäftigen.

dpa/gms STUTTGART/KöLN. Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) hat einen Begriff in den Vordergrund gerückt: Hybridantrieb. Der wird in den kommenden Jahren Hersteller und Käufer beschäftigen.

Die anfänglich eher als exotisch geltenden Antriebe sollen künftig in zahlreichen Fahrzeugen zu finden sein. Noch sind Hybrid-Fahrzeuge auf den Straßen eine Seltenheit. Doch laut Bosch in Stuttgart planen viele die Einführung von Hybrid-Fahrzeugen binnen der kommenden fünf Jahre. Der Zulieferer rechnet für das Jahr 2010 mit weltweit rund 50 verschiedenen Modellen. Das wird dann auch zu höheren Stückzahlen führen.

Die Konstrukteure arbeiten an unterschiedlichen Hybrid-Antrieben: Voll-Hybrid, Mild-Hybrid und Mikro-Hybrid. Grundsätzlich lautet die Übersetzung des griechischen Wortes Hybrid je nach Auslegung entweder Zwilling, gemischt oder auch „von zweierlei Abkunft“. Die Bedeutung in der Autowelt: „Hybrid bedeutet, dass das Fahrzeug über zwei verschiedene Antriebsarten verfügt“, erläutert Andrea Gärtner vom Adac-Technikzentrum in Landsberg (Bayern).

Die kleinste Form ist der Mikro-Hybrid. „Er kommt in Fahrzeugen mit Start-Stopp-Automatik zum Einsatz“, sagt Ulf Bode, Sprecher des Hybrid-Pioniers Toyota in Köln. Bei diesem System wird der Motor zum Beispiel bei einem Ampelstopp abgeschaltet, tritt der Fahrer aber wieder das Gaspedal, springt der Motor an. Die nötige Kraft für den Motorstart liefert ein Elektromotor.

Einen Schritt weiter geht dann der Mild-Hybrid, wie ihn Honda in Serie einsetzt und Mercedes auf der IAA in einer S-Klasse-Studie gezeigt hat. „Hier kommt der Elektromotor als Unterstützung zum Einsatz“, erklärt David Plättner von Honda in Offenbach die Technik. So hatte der bisherige Civic IMA - der im kommenden Jahr durch den neuen Civic Hybrid ersetzt wird - für die normale Fahrt einen Benzinmotor mit 70 kW/95 PS. Zusätzlich sitzt direkt auf der Kurbelwelle noch ein Elektromotor, der es auf 15 kW/20 PS bringt.

Genutzt wird die Kraft des Elektromotors, um beispielsweise bei einem normalerweise Kraftstoff zehrenden Beschleunigungs- oder Überholvorgang zusätzlichen Schub zu erzeugen. Allerdings kann der Elektroantrieb das Fahrzeug im normalen Straßenverkehr nicht allein bewegen. Der Voll-Hybrid, wie ihn Toyota einsetzt, wiederum macht genau das möglich. „Hier kommen Elektroantriebe mit mehr Leistung zum Einsatz“, erläutert Andrea Gärtner. „Man kann daher auch nur mit dem Elektromotor fahren.“ Vor allem gilt dies für kürzere Strecken im Stadtverkehr.

Bei schnellen Autobahntouren wird auf den herkömmlichen Verbrennungsmotor gesetzt, der Elektromotor kann dann als Generator elektrische Stromverbraucher an Bord oder die Batterie versorgen. „Bei einem Voll-Hybrid wird mehr Kraftstoff im Stadtverkehr gespart als auf anderen Strecken“, so Gärtner.

Allerdings bringt die ausgeklügelte Technik wenig, wenn sich Käufer wenige Gedanken über die Nutzung des Wagens machen. „Sinnvoll ist zum Beispiel ein Voll-Hybrid nur dann, wenn man bewusst so fährt, dass die Technologie auch genutzt wird“, sagt Johannes Hübner, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Frankfurt. Kommt der Wagen überwiegend auf der Autobahn zum Einsatz, fällt die mögliche Einsparung geringer aus als bei Fahrten im Stadtverkehr.

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