Volkswagen Karmann Ghia Typ 14
Ein bisschen Dolce Vita in Osnabrück

Mit einem Karmann Ghia war man immer gut angezogen. Die beliebten Coupés und Cabrios sind preisstabil, sehen chic aus und sind nicht überbordend teuer. Allerdings will der Oldtimer-Kauf sorgfältig vorbereitet werden.
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Es war ein gewagtes Experiment: Volkswagen Anfang der Fünfziger – etwas anderes als den Käfer hatte das Modellprogramm nicht zu bieten. Jetzt sollte ausgerechnet ein sportives Coupé respektive Cabriolet eingeführt werden, um das Fahrzeugangebot zu bereichern?

Idee von Karmann, Karosseriedesign von Ghia und das Einverständnis von Heinrich Nordhoff, dem damaligen Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG: Auf diese Formel kann man die Entstehungsgeschichte dieses früher wie heute begehrten Fahrzeugs herunterbrechen, das mit fast einer halben Millionen gebauten Exemplaren ein beachtlicher Erfolg wurde.

Wilhelm Karmann, dessen Firma das Käfer Cabrio ja bereits seit Ende der vierziger Jahre fertigte, bewies offensichtlich eine gute Spürnase für aufkommende Fahrzeug-Trends. Zusammen mit dem befreundeten Designer und Chef der Karosserieschmiede Ghia Luigi Segre aus Turin und Nordhoff als Geldgeber und Techniklieferant wurde der Karmann Ghia tatsächlich realisiert und kam im Jahr 1955 auf den Markt. Ausgestattet mit dem 1,2 Liter großen Boxermotor aus dem Käfer, war er zwar kein Straßenfeger, aber definitiv ein Hingucker dank hübscher Außenhaut.

Der elegante Zweitürer mit den markanten Kotflügeln, dem ausgeprägten Hüftschwung sowie den auffälligen „Nasenlöchern“ in der Frontmaske war vergleichsweise günstig zu bekommen – ein echter Volkswagen also. Bereits für unter 7.000 DM gab es das Coupé in den Sechzigern, mit diesem Budget in der Tasche wäre man beim Alfa-Händler verspottet worden bei der Frage nach einem Giulietta 1300 Sprint.

Heute hat sich das Blatt gewendet. Zwar sind die lange gebauten Karmänner nicht abgehoben im Preis, allerdings kosten gute Exemplare durchaus fünfstellige Euro-Werte.

Da muss man schon Liebhaber sein, um für einen zwar gut aussehenden Mainstream-Volkswagen mit Technik aus dem Käfer eine Summe zu bezahlen, für die auch Sechszylinder anderer Marken locken. Andererseits handelt es sich um einen preisstabilen Oldtimer mit gesunder Nachfrage, was immer ein gutes Argument ist beim Autokauf.

Vor allem aber gilt: Genau hinschauen, denn der Beau rostet gerne an allen Ecken und Enden. A-Säulen, Kotflügel, Schweller und Türunterkanten sind typische Stellen. Dafür ist die simple Technik solide mit den üblichen Gefahren, die auch beim Käfer lauern können. Defekte Heizbirnen sind ebenso dabei wie ausgeleierte Lenkgetriebe.

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  • Das ist und bleibt ein Sekretärinnen-Porsche. Daher auch der völlig angemessene Preis.

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