Volkswagen
Womit der neue Golf punkten will

Obwohl VW mit der siebten Generation des Golf nur ein Brot-und-Butter-Auto präsentiert, ist die Aufmerksamkeit ähnlich groß wie bei einem neuen iPhone. Der Druck auf den Konzern ist enorm: Das Auto darf nicht scheitern.
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Wolfsburg/Berlin/DüsseldorfBei diesem Auto überließ Volkswagens detailversessener Vorstandschef Martin Winterkorn nichts dem Zufall. Sogar im Sommerurlaub schaute er im Stammwerk Wolfsburg nach dem Rechten. Der Grund: Europas größter Autobauer rüstete die Produktion auf die neue, siebte Generation des Golfs um.

Um 21 Uhr startete am Dienstagabend in der Neuen Nationalgalerie in Berlin die Vorstellung des Wagens. Und die größte Überraschung: Dem Konzern war es geglückt, dass in den Tagen und Wochen zuvor keine Fotos des fertigen Autos in Umlauf kamen - mit Ausnahme von ein paar Computeranimationen und Fotos stark verkleideter Wagen.

Über den roten Teppich flanierten am Abend nicht nur Vorstandschef Martin Winterkorn und Betriebsratschef Bernd Osterloh. Auch Politiker wie Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit und Prominente wie die Schauspielerin Andrea Sawatzki, Schauspieler Ralf Möller oder Rennfahrer-Ikone Jacky Ickx hatte Volkswagen geladen. Winterkorn sagte vor rund 700 Gästen: „Das mit Abstand wichtigste Fahrzeug ist und bleibt der Golf.“

Obwohl Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace protestierend vor der Auffahrt zum roten Teppich Spalier standen, nannte Winterkorn den Golf „ein klares, unübersehbares Zeichen für umweltfreundliche Mobilität“. Der Verbrauch sei auf bis zu 3,2 Liter pro 100 Kilometer gesenkt worden - die Kritik von Greenpeace zielt jedoch darauf ab, dass das nur mit ganz speziellen Versionen und nicht mit Standardwagen möglich sei. Allerdings wies Winterkorn darauf hin, dass das „Lieblingsauto der Europäer“ das ganze Spektrum alternativer Antriebe - von Gas über Hybrid bis Elektro - anbiete.

Kein Auto ist wichtiger für die Wolfsburger: Inklusive Zulieferer hängen laut Studien mehr als 50.000 Arbeitsplätze weltweit am Golf. Allein von den klassischen Varianten des 1974 gestarteten Kompaktmodells - Kurzheck, Kombi und die Hochdachvariante Plus - verkaufen die Niedersachsen pro Jahr fast eine Million Autos. Insgesamt hat Volkswagen in 38 Jahren mehr als 29 Millionen Fahrzeuge der bisher sechs Generationen abgesetzt.

„Nur wenn mit dem Golf alles klappt, kann VW bis 2018 zum führenden Autobauer der Welt aufsteigen“, sagt Autoprofessor Stefan Bratzel, und so die Rivalen Toyota aus Japan und General Motors aus den USA überholen.

Winterkorns Vorgaben für die Produktion des Neuen sind ehrgeizig. „Wir werden die steilste Produktionsanlaufkurve fahren, die es je bei VW gegeben hat“, sagte Hubert Waltl, Produktionsvorstand der Marke VW, bei der Vorstellung erster Details des Autos in Wolfsburg. Seit Anfang des Monats baut VW im Stammwerk und in Zwickau die ersten Fahrzeuge. Die Fertigung in China bereiten Waltls Fachleute gerade vor.

Der Fahrplan ist eng. Und die Konkurrenz ist in der vom Golf begründeten Kompaktklasse härter denn je. Dank günstigerer Produktion soll die Einstiegsversion leicht unter dem bisherigen Preis von 17.000 Euro liegen. Im November stehen die ersten Autos bei den Händlern.

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Kommentare zu " Volkswagen: Womit der neue Golf punkten will"

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  • VW Freunde können uns nur noch leid tun. Da fährt ein Konzern so hohe Gewinne ein wie noch nie und verarscht die Kunden, in dem er ihnen billigen Schrott für viel Geld verkauft. Dann gehen Tausende von den hochgelobten TSI Motoren kaputt, weil überspringende Steuerketten zu kapitalen Motorschäden führen und anstatt alle Steuerketten über einen Rückruf wechseln zu lassen, wird nur über eine "Kulanzregelung" nachgedacht! Und wie siehts bei den Dieselmotoren aus? Nicht besser, viel Verbrauch und weniger Leistung als die Konkurenz anbieten kann. Da lachen ja selbst die Japaner schon und die bauen bekanntlich nicht die besten Motoren, haben aber in der Gesamtheit das bessere Antriebskonzept. Der Golf 7 wird die Krönung der Verarschung werden, noch mehr Geld verdienen und zum Dank dafür gibts noch weniger Qualität. Ich will keine VW Qualität und auch keine Qualitätsupdates von diesem Unternehmen. Ich will ein Auto, dass mich von A nach B bringt und das ohne Ölfleck auf der Straße und ständige Ausreden der Werkstatt, weil VW die Garantiereperatur aus Kostengründen ablehnt. Also kann ich keinen VW kaufen...

  • Da muss ich ausdrücklich widersprechen, die 1,4 Liter SAUGMOTOREN halten eine Ewigkeit. Insbesondere, wenn man einen von Opel hat, der mit Kette angetrieben wird. Dann wird man mit niedrigem Verbrauch, niedrigen Wartungskosten und hoher Haltbarkeit belohnt.

  • also sorry, wo bin ich hier nur gelandet???
    Ist das hier der Kreis der Menschen, ohne die diese Welt viel schöner wäre.

    Da bringt Volkswagen einen neuen Golf heraus, der durch seine spezielle Bauweise so deutliche Kostenvorteile mit sich bringt, dass er selbst mit Produktionsstandort Deutschland noch immer weltweit verkauft werden kann. Und man hört hier nur abwertende Kommentare.

    Mensch erschießt Euch, oder schmeißt euch vor den Zug.

    Ist ja ekelhaft diese Miesmacherei

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