Vollkasko verweigerte Schadenszahlung
Blendende Sonne keine Entschuldigung bei Rotlichtverstoß

Blendende Sonne ist laut einem Gerichtsurteil keine Entschuldigung für das Überfahren einer roten Ampel. Wer nicht eindeutig erkennen könne, ob eine Ampel für ihn Grün zeige, dürfe nicht einfach in eine Kreuzung fahren, entschied das Amtsgericht München.

HB MÜNCHEN. Eine Autofahrerin hatte von der Sonne geblendet geglaubt, die Ampel stehe auf Grün. Tatsächlich zeigte die sie jedoch Rot. Die Autofahrerin fuhr mit etwa 50 Kilometer pro Stunde in die Kreuzung und verursachte einen Unfall. An ihrem Fahrzeug entstand ein Schaden von mehr als 4 000 Euro.

Die Vollkaskoversicherung weigerte sich, dafür aufzukommen. Die Frau zog darauf hin vor Gericht. Das Amtsgericht München entschied, dass die Versicherung wegen eines grobfahrlässigen Verkehrsverstoßes nicht zahlen müsse.

Ihre Berufung zog die Klägerin zurück, nachdem das Landgericht München in der mündlichen Verhandlung darauf hingewiesen hatte, dass die Autofahrerin die Geschwindigkeit deutlich, gegebenenfalls bis zum Stillstand hätten verlangsamen müssen, wenn sie wegen des Sonnenlichts die Ampel nicht richtig sehen konnte. Ein Einfahren in die Kreuzung mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 70 Kilometer in der Stunde sei ein grobfahrlässiger Pflichtverstoß, hatten die Richter erklärt.

AG MünchenAktenzeichen

345 C 12275/05

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