Vor allem im Osten beliebt
Führerschein mit 17 ist ein Erfolgsprojekt

dpa BERLIN. Den „Führerschein mit 17“ gibt es mittlerweile in allen Bundesländern bis auf Baden-Württemberg. Dort soll das „betreute Fahren“, wie es offiziell heißt, nach Vorbehalten aber nun möglicherweise doch noch in diesem Jahr eingeführt werden.

Erstes Bundesland war 2004 Niedersachsen. Im Osten Deutschlands ist der „Führerschein mit 17“ unterdessen überall beliebt. In Brandenburg sind beispielsweise seit Februar 2006 mehr als 13 200 Anträge eingegangen, in Sachsen gar 17 250. Bis Ende März dieses Jahres hat Brandenburg 6 000 Prüfungsbescheinigungen ausgestellt, in Berlin waren es rund 2 400.

17-Jährige schneiden bei Fahrprüfungen besser ab als volljährige Bewerber. Die jungen Fahrschüler gingen sehr motiviert und bewusst an den Theorie- und Praxisunterricht heran, sagte Peter Glowalla, Vorsitzender des Berliner Fahrlehrerverbandes.

Laut Fahrerlaubnisbehörde müssen Begleiter mindestens 30 Jahre alt sein, seit mindestens fünf Jahren den Führerschein besitzen und dürfen nicht mehr als drei Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg haben. Vorreiter des Projektes war Niedersachsen, wo seit 2004 17-Jährige am Steuer sitzen dürfen. Bis heute erlauben fast alle Bundesländer das begleitete Fahren, als letztes Bundesland soll sich Baden-Württemberg noch in diesem Jahr dem Modellprojekt anschließen, das zunächst bis 2010 befristet ist.

Seit Februar 2006 dürfen 17-Jährige in Berlin nach bestandener Prüfung in Begleitung eines Erwachsenen am Steuer sitzen. Wie eine dpa-Umfrage unter Experten ergab, sind die noch nicht volljährigen Fahrneulinge relativ sicher auf Berlins Straßen unterwegs. Laut Polizei ist die Zahl der Unfälle, die von den jungen Fahrern verursacht wurden, „verschwindend gering“.

Im Gesamtdurchschnitt bestehen etwa drei von vier Fahrern die Theorie- und Praxisprüfung, wie Glowalla sagte. Bei den 17-Jährigen liege die Erfolgsquote fünf Prozent höher, also bei etwa 80 Prozent. Die Jüngeren seien in der Fahrschule gründlicher und motivierter. Aber nicht nur deshalb sei „Fahren ab 17“ ein „Erfolgsprojekt“, meint Glowalla. Durch das einjährige begleitete Fahren säßen die Jugendlichen nach ihrem 18. Geburtstag viel sicherer hinter dem Steuer.

Auch die erwachsenen Begleiter profitieren von den Fahrten. Die meisten nutzten das Angebot 90-minütiger Auffrischungskurse, um ihren Zöglingen ein gutes Beispiel zu sein. „Beide Seite lernen von dem gemeinsamen Fahren“, sagt Hans Zucker, Präsident der Landesverkehrswacht Berlin. Bei den Fahrten ließen sich viele Erwachsene von den 17-Jährigen über umweltfreundliches und energiesparendes Fahren berichten. Außerdem bezahlten demnach viele Eltern den Führerschein noch bereitwilliger. Denn dann falle das erste Fahrjahr der Prüflinge ­ zumeist Gymnasiasten - nicht mit der Jubel- und Feierzeit nach dem Abitur zusammen.

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