VW stellt Studie Iroc vor
Bernhard und das scharfe Teil

VW will mit dem Iroc die Emotionen der Jugend ansprechen. Die Studie soll zum Nachfolger des legendären Scirocco werden und so die bisherige Modellpalette reformieren. Doch selbst wenn sich der Erfolg wiederholen lässt – das Schicksal von VW hängt vom Iroc nicht ab.

BERLIN. Licht aus. Rockmusik erfüllt den schwarzen Raum, Bässe dröhnen, ein silbernes, breites Lichtband zerreißt die Dunkelheit und rast an den Wänden entlang. Und dann taucht der Star des Abends auf – ein giftgrünes Kraftpaket auf vier Rädern. Am Steuer: Wolfgang Bernhard. Der Markenchef von VW macht das, was er am liebsten macht: Er gibt Gas. Aus den leicht angeschrägten Kurven des Ovals heraus, drückt er richtig auf die Tube. Im Innern der provisorischen Rennstrecke recken sich mehr als 1 000 Köpfe. It’s Showtime im Hangar zwei des Berliner Traditionsflughafens Tempelhof.

„Ein Rebell begehrt auf“ heißt das Motto des Abends. Das gilt für Bernhard wie für den eigentlichen Star: die VW-Studie Iroc, ein Kunstwort mit Hinweis auf das, was daraus einmal werden soll, nämlich der neue VW Scirocco. Bernhard ist in seinem Element. Der ewige Jungdynamiker ist bei VW angekommen – oder besser: die Marke bei ihm. Mehr Emotion heißt die Parole. Bei seinem ersten offiziellen Auftritt als VW-Vorstand im Frühjahr 2005, nachdem er Daimler-Chrysler nach einem spektakulären Streit mit dem damaligen Chef Jürgen Schrempp verlassen musste, wirkte er noch fast wie ruhig gestellt. Doch das ist nun vorbei. „Ein richtig scharfes Teil“ sei das neue Auto, frohlockt er, „ein mutiges Auto“ mit „satten, breiten Schultern“, „ein cooles Auto“, „ein wildes Auto“ mit einer „krassen Farbe“.

VW hat den Jugendstil wiederentdeckt und knüpft dabei an die Tradition an. Schließlich markierte der Ur-Scirocco, der im Frühjahr 1974 auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt wurde, den Anfang einer neuen VW-Ära. Zusammen mit dem Schwestermodell Golf prägte das Coupé das Bild des Konzerns in der Nach-Käfer-Ära. Von dem damals jungen italienischen Designer Giorgio Giugiaro gestaltet, bei Karmann in Osnabrück gebaut, wurde der Scirocco mit seinem kantigen Erscheinungsbild zum Vorbild kleiner, erschwinglicher Sportcoupés. Einschließlich seines namensgleichen, rundlicheren Nachfolgers wurde der Flitzer bis 1992 insgesamt rund 800 000 mal gekauft – vor allem von jüngeren Menschen.

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