Wachsende Hoffnung auf einen Politikwechsel
Nur Oberklasse freut sich auf Neuwahlen

Anbieter teurer Limousinen und Geländewagen können sich freuen: Allein die Aussicht auf Neuwahlen in Deutschland beflügelt die Kaufbereitschaft ihrer Klientel.

HB FRANKFURT. Jeder fünfte Interessent eines Oberklasse-Fahrzeugs plant durch die Hoffnung auf einen Politikwechsel mehr Geld beim Kauf eines neuen Autos auszugeben. Das ergab der jüngste ACI-Trendmonitor des Marktforschungsinstituts Puls, bei dem 2200 Personen befragt wurden, die einen Neuwagenkauf planen. „Gerade diese einkommensstärkeren Kundengruppen erwarten sich von einem möglichen Regierungswechsel Entlastungen für die Wirtschaft und damit Vorteile für sich selbst“, erklärt Puls–Geschäftsführer Konrad Weßner das Ergebnis.

Das Ergebnis dürfte insbesondere die deutschen Hersteller freuen, die die Premiumsegmente eindeutig dominieren. Mehr als 90 Prozent der in der Oberklasse in Deutschland in diesem Jahr zugelassenen Autos stammen von Audi, BMW, Mercedes-Benz, Porsche und Volkswagen. Auch bei den Interessenten teurer Geländewagen überwiegt deutlich die Zahl derer, die sich mit der Aussicht auf Neuwahlen konsumfreudiger zeigen. Auch in diesem Segment haben die einheimischen Anbieter zuletzt deutlich Boden gut gemacht.

» Grafik: ACI-Trendmonitor 2005

Auf den gesamten Markt betrachtet, haben die Forscher von Puls allerdings eine Verunsicherung durch das politische Hickhack festgestellt: Immerhin jeder achte potenzielle Autokäufer plant nun, erst einmal weniger Geld für einen neuen PKW auszugeben. Besonders groß ist die Vorsicht bei Interessenten für Klein- und Kleinstwagen. „Hier sitzt die Verunsicherung durch die bereits eingeleiteten Reformen wie Hartz IV besonders tief. Sie sind eher ängstlich bei Veränderungen“, erläutert Weßner.

Aber auch in den volumenstarken Segmenten in der Mitte überwiegt die Zurückhaltung. Das könnte die Verkaufszahlen auf dem deutschen Markt insgesamt, der im Mai um 6,2 Prozent zugelegt hatte und auch im bisherigen Jahresverlauf leicht über dem Vorjahresergebnis liegt, einen leichten Dämpfer versetzen. Nicht umsonst hat Bernd Gottschalk, der Präsident des Automobilverbandes VDA, bereits kurz nach der Entscheidung der Regierung zu vorgezogenen Neuwahlen schnell „eine klare Perspektive und eine konsequente Fortsetzung der Reformen“ angemahnt. Der VDA erwartet für Deutschland in diesem Jahr einen leicht rückläufigen Absatz auf 2,24 Mill. Neufahrzeuge.

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