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Was dem Auto im Frühling blüht

Salz, Schmutz und manchmal auch Rost: Diese Dinge gilt es zu beseitigen, um den Wagen fit für das Frühjahr zu machen und seinen Wert zu sichern.

dpa/gms BERLIN/STUTTGART. Salz, Schmutz und manchmal auch Rost: Diese Dinge gilt es zu beseitigen, um den Wagen fit für das Frühjahr zu machen und seinen Wert zu sichern.

Werden die winterlichen Andenken einfach ignoriert, können Optik und Zustand des Wagens dauerhaft Schaden nehmen. Vieles kann bei der Frühjahrskur für den Wagen in Eigenregie gemacht werden, manches wird aber besser den Fachleuten überlassen.

„Der erste Schritt der Frühjahrskur sollte darin bestehen, den Wagen mit viel Wasser abzuwaschen“, rät Friedrich Wurm, stellvertretender Präsident des Bundesverbandes Fahrzeugaufbereitung (BFA) in Berlin. Am einfachsten und besten funktioniert dies in einer Waschanlage. „Eine gute Waschanlage reinigt mit viel mehr Wasser, als man es bei der Handwäsche zur Verfügung hat.“ Ideal ist es laut Wurm, wenn die Reinigung der Karosserie-Oberseite mit einer Unterwäsche verbunden wird - schließlich findet sich in der Regel ein großer Teil der salzigen Reste unter dem Auto.

Adac-Sprecher Maximilian Maurer in München weist darauf hin, dass die Reinigung gerade nach intensiver Winternutzung des Autos am besten noch mit einer Sichtung des Autos verbunden wird. „Wenn man den Wagen in einer Werkstatt auf die Hebebühne stellen lässt, ist zu erkennen, ob sich beispielsweise der Unterbodenschutz an einigen Stellen gelöst hat.“ Grundsätzlich ist laut Maurer zwar der Rostschutz an aktuellen Fahrzeugen weit besser als früher. „Trotzdem können sich an bestimmten Stellen Rostnester bilden.“ Die Sichtkontrolle hilft, Probleme schnell zu erkennen und dann beseitigen zu können.

Kaum zu empfehlen ist die eigenhändige Reinigung des Unterbodens per Hochdruckreiniger. „Mit dem harten Strahl kann versehentlich Unterbodenschutz abgelöst beziehungsweise unterwandert werden“, warnt Johannes Hübner, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main. Gerade wenn das Wasser die Schutzschicht nur leicht ablöst, ist dies auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Bei den Reifen gilt laut Hübner die Faustregel, dass der Dampfstrahler mindestens einen halben Meter entfernt gehalten werden sollte - sonst kann das Gummi dauerhaften Schaden davontragen.

Der Motorraum aktueller Autos ist ebenfalls kein Ort, aus dem Schmutz unüberlegt mit dem Dampfstrahler beseitigt werden kann. „Dort finden sich sehr viele Teile der Elektronik“, erklärt Friedrich Wurm. Diese sind zwar in der Regel verkapselt und vor Feuchtigkeit geschützt - ein harter Wasserstrahl kann trotzdem kaum vorhersehbare und vor allem teure Schäden verursachen. Solche Arbeiten sollten daher Fachleuten überlassen werden.

Vorsicht ist bei modernen Autos sogar an Stellen angebracht, an denen es kaum jemand vermutet. So warnt Wurm vor der Nutzung bestimmter Cockpitsprays bei der Reinigung des Innenraums. „Manche Billigprodukte können zur Folge haben, dass Kunststoffe verhärten.“ Problematisch sei dies, weil viele Kunststoffteile der Airbag-Abdeckungen Sollbruchstellen aufweisen - deren Funktion durch Verhärtung womöglich beeinträchtigt werden könnte.

Gerade im Innenraum sind traditionelle Reinigungs- und Hilfsmittel nach Meinung der Fachleute ohnehin die beste Wahl. „Die Armaturentafel reinigt man am besten mit etwas Spülmittel in warmem Wasser und einem Küchentuch“, empfiehlt Johannes Hübner. Die wichtige Reinigung der Scheiben von innen wird mit den auch im Haushalt verwendeten Reinigern durchgeführt.

Restfeuchtigkeit im Innenraum lässt sich mit einem alten Hausmittel vertreiben: Maximilian Maurer gibt den Tipp, im Innenraum eine Plastikschale mit Salz aufzustellen. „Das Salz nimmt die Feuchtigkeit auf.“ Die Schale sollte am besten über das Wochenende im Auto stehen. Um genügend Feuchtigkeit aufnehmen zu können, sollte sie einen Durchmesser von mindestens 25 Zentimetern haben.

Ist der Wagen vom Schmutz des Winters befreit, warten im Frühling noch genügend andere Dinge, auf die Autofahrer sich einzustellen haben. So mahnt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart zur Rücksicht auf die erwachende Natur. So kriechen viele Tiere aus ihren Winterschlaf-Unterkünften und wandern zum Beispiel zu anderen Gewässern. All die Lurche, Frösche und Kröten überqueren dabei nicht selten auch Straßen - schon bei einem Tempo von gut 30 Stundenkilometern kann der von einem Auto erzeugte Luftdruckunterschied die Tiere töten.

Der wirkliche Abschied vom Winter ist für einen Großteil der Autofahrer aber dann gekommen, wenn die Winterreifen wieder Pause haben. Es sollte jedoch keinesfalls zu früh gewechselt werden - erst wenn kein Wintereinbruch mehr zu erwarten ist. „Meist kann man sich an die Regel "von O bis O" halten“, sagt Helmut Blümer, Sprecher des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn. Soll heißen: Winterreifen von Oktober bis Ostern, danach kommt wieder die Zeit der Sommerreifen.

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