Wasserstoff-Tankstellen: Bislang nur wenige „Inseln“
300 Kilometer ohne Benzin

BMW will im nächsten Jahr eine Limousine mit Wasserstoffantrieb anbieten. Die Münchner planen eine Kleinserie von 100 Autos mit der Zukunftstechnik.

FRANKFURT. Der letzte Topfen Benzin wird irgendwann verfeuert sein, so viel steht fest. Uneins sind die Experten nur noch, wann das sein wird. In 40, 50 oder 60 Jahren? Die wichtigere Frage aber lautet: Welcher Kraftstoff wird Benzin ersetzen? Es deutet vieles darauf hin, dass Wasserstoff eine geeignete Alternative ist. Das leichteste Element ist ein geruchloses, ungiftiges Gas. Wird es in Energie umgewandelt – sei es in einer Brennstoffzelle oder durch Verbrennung – entsteht als Abfallprodukt lediglich Wasserdampf.

Logisch, dass die meisten Autohersteller Wasserstoff nennen, wenn sie nach der Energiequelle der Zukunft gefragt werden. Die meisten planen, den Wasserstoff in Brennstoffzellen an Bord der PKWs in Strom umzuwandeln und mit dem dann Elektromotoren zu betreiben, die das Auto bewegen.

BMW geht in Sachen Zukunft einen anderen Weg: Die Münchner verfeuern den Wasserstoff direkt in herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Das funktioniert so gut, dass im Lauf des nächsten Jahres eine erste Kleinserie von 7er-BMWs mit Wasserstoffantrieb auf den Markt kommen soll.

Die Luxuslimousinen, vermutlich Modelle mit Zwölfzylindermotor, werden mit Tanks für flüssigen Wasserstoff ausgestattet sein, der für etwa 200 bis 300 Kilometer Fahrstrecke reicht. Außerdem wird es einen konventionellen Benzintank geben, der die Reichweite des Wagens um weitere 500 Kilometer erhöht. Das ist wichtig, denn bislang gibt es nur ein halbes Dutzend Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland, und es sieht nicht so aus, als würde sich diese Zahl vervielfachen, bis die Wasserstoff-BMWs losrollen.

„Wir verfolgen mit diesem Projekt keine ehrgeizigen Renditeziele, sondern wollen eine Vision auf die Straße bringen“, sagte BMW-Entwicklungsvorstand Burkhard Göschel der Fachzeitschrift „Automobilwoche“. Die ersten 7er mit Wasserstoff-Antrieb werden noch extrem teuer sein, doch BMW will sie auch gar nicht verkaufen, sondern, wie Gösche sagt, an „Elite-Kunden, die eine Elite-Technik verlangen“, verleasen. So erhoffen sich die Münchner nach und nach Aufmerksamkeit für ihre Technik und in der Folge die allmähliche Entwicklung einer Wasserstoff-Infrastruktur.

In Deutschland gibt es öffentlich zugängliche Wasserstoff-Tankstellen bislang nur in Hamburg, München und Berlin. Und es werden vorerst auch solche „Inseln“ sein, in denen Autos wie der Wasserstoff-BMW sinnvoll betrieben werden können. Doch je knapper das Erdöl und damit Benzin und Diesel werden und je dringender eine Alternative etabliert werden muss, desto höher dürfte die Bereitschaft werden, in Wasserstoff-Zapfsäulen zu investieren. Auch die Politik hat dies erkannt. Bundesverkehrsminister Wolfang Tiefensee kündigte erst vor ein paar Tagen insgesamt 500 Millionen Euro Wasserstoff-Fördermittel für die nächsten zehn Jahre an.

Die Zukunft kommt offenbar ganz langsam in Tritt. Obwohl es bisweilen auch sehr schnell gehen kann. BMW nämlich schickte vor eineinhalb Jahren einen Wasserstoff-Rennwagen auf die französische Rennstrecke Miramas, und als der Wagen, der aussieht wie ein silbriger Plattfisch auf Rädern, nach etlichen Runden wieder an die Box rollte, hatte er neun Weltrekorde für Wasserstoff-Fahrzeuge aufgestellt. Unter anderem die Tempo-Bestmarke von 302,4 km/h. Die Botschaft damals: Umweltfreundliche Zukunftsenergien sind durchaus sportlich, rasant und extrem einsetzbar. Und: Wir beherrschen die Wasserstofftechnik. Demnächst geht der Beweis in Serie.

Weitere Informationen:
Link:  www.7-forum.com/cleanenergy

Quelle: »NEWS Frankfurt

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