Weltgrößte Wasserstofftankstelle eröffnet
Die Autozukunft hat noch Kinderkrankheiten

Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe hat am Freitag in Berlin die erste deutsche und zugleich die weltgrößte Wasserstofftankstelle eröffnet. Dies sei wegweisend für die Nutzung alternativer Energien, sagte Stolpe. In der Praxis gibt es jedoch noch einige Hindernisse.

HB BERLIN. In einem mit Wasserstoff angetriebenen Opel-Van „Zafira“ („HydroGen3“) ließ sich der Bundesverkehrsminister an der Aral-Tankstelle vorfahren. Auch Daimler-Chrysler sowie Ford und Opel demonstrierten mit eigenen Wasserstoff-Pkw, woran die Autoschmieden zurzeit arbeiten: an alternativen Antriebstechniken, die die Autofahrer vom Erdöl und damit Benzin und Diesel unabhängiger machen sollen. Wie selbstverständlich waren je eine Zapfsäule für Gas- und Flüssig-Wasserstoff neben „Diesel“ und „bleifrei“ aufgestellt.

Dort kam auch der „Elchtest“, bei dem der Verkehrsminister so seine Mühen beim Betanken des Ford Focus FCEV Hybrid hatte. Die Ankoppelung der Zapfeinrichtung „ist wohl noch nicht für den normalen Autofahrer“ gedacht, raunte ein Zuschauer, als dem Minister die Zapfvorrichtung wegrutschte. Damit hatte er den Nagel auf den Kopf getroffen, denn bis zu der von Stolpe angekündigten „Epochenwende“ dürften noch etliche Jahre ins Land gehen. Bis zur Marktreife rechnet man bei BMW mit „zwei bis drei Auto-Generationen“, also etwa 20 Jahren, und bei Daimler-Chrysler „frühestens im Jahr 2015“.

Weitergehende Träume über eine zügige Nutzung alternativer Spritquellen sind jetzt auch von der Bundesregierung ausgebremst worden. In ihrem Nachhaltigkeitsbericht rechnet sie erst im Jahr 2020 mit einem Wasserstoff-Marktanteil in Deutschland von 2 % für eine Million Autos. Dies gilt zugleich als Schwelle für die Marktreife. Tanken die deutschen Autofahrer bis auf wenige Bruchteile bisher fossilen Sprit für Otto- und Dieselmotoren, soll dieser Anteil laut Regierungsprognose bis 2020 nur auf 80 % sinken. Die „Weg- vom-Öl-Strategie“ dauert damit doch einiges länger.

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