Wie die Käufer manipuliert werden Die großen Tricks der Autobauer

Autokäufer schauen auf Marke, Leistung, Design, Ausstattung, Image und Verbrauch ihres Wunschfahrzeugs – und fallen damit auf unfeine Methoden der Industrie herein. "Dank" einiger Tricks, die jeder kennen sollte.
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Bitte nicht auf der heimischen Schanze nachmachen: Wenn Autohersteller werben, wird auch schon mal ein ganz klein wenig übertrieben. Quelle: Pressefoto

Bitte nicht auf der heimischen Schanze nachmachen: Wenn Autohersteller werben, wird auch schon mal ein ganz klein wenig übertrieben.

(Foto: Pressefoto)

DüsseldorfAutos werden zum Geldverdienen gebaut. Folglich setzen Marketing, Vertrieb, Werbung und Handel alles daran, möglichst gute Argumente für die Ware zu finden, um die Käufer von hohen und steigenden Preisen zu überzeugen. Diese simple Wahrheit kennen zwar die meisten Autokäufer. Doch beim Kauf schauen sie auf Marke, Leistung, Design, Ausstattung, Image und Verbrauch ihres Wunschfahrzeugs – und fallen auf mehr oder weniger unsaubere Methoden der Industrie herein, die sie nach bestem Wissen und ohne Gewissen ausgenutzt. Dank einiger Tricks, die jeder Autokäufer kennen sollte.

Die folgende Inhaltsübersicht gibt einen kurzen Überblick, um welche Themen es geht, und sie enthält verlinkte Sprungmarken. Interessiert Sie Punkt 6. SUV´s am meisten, so beginnen Sie dort mit einem einfachen Klick in die Übersicht.

1. Die Verbrauchslüge

2. Unnötige Ausstattung & teure Extras

3. Größer, breiter, schwerer

4. Premium-Wahn

5. Unreife Assistenten

6. Teure Originale, billige Klone

7. Zulassungstricks

8. Die überflüssige Leistungsspirale

1. Die große Verbrauchslüge
Wie viel Sprit verbraucht der neue (Gebraucht-)Wagen? Zu Zeiten von Spritpreisen auf Rekordniveau eine wichtige Frage, die sich Käufer von Neu- und Gebrauchtwagen gleichermaßen stellen. Die offizielle Antwort dürfte aber in den meisten Fällen eine Lüge sein, wenn sie nämlich vom Hersteller oder Autohändler kommt und sich auf den sogenannten Normverbrauch bezieht, der auch EG- oder Euro-Mix genannt wird.

Fahrzeug auf dem Prüfstand für den EcoTest. Quelle: ADAC

Fahrzeug auf dem Prüfstand für den EcoTest.


Denn unabhängig von der wenig richtigen Bezeichnung liegt er rund ein Fünftel bis ein Drittel unter den Verbräuchen, die Otto Normalfahrer auf die Straße bringt. Das bestätigen Fachzeitschriften, Prüforganisationen wie TÜV und Dekra, Autoclubs und professionelle Autotester schon seit Jahren immer wieder.

So ergab eine Auswertung des Autoclub Europa (ACE) im Februar 2012, dass bei knapp 250 getesteten Neuwagen der Verbrauchsschnitt bei 8,5 Liter pro 100 Kilometer lag, - und damit um 19,6 Prozent höher als von den Herstellern angegeben. Die hatten im Durchschnitt aller Verbrauchsangaben nach dem sogenannten EG-Mix 7,2 l/100 km genannt. Bei Benzinern lag die Differenz bei +17,2 Prozent, bei Selbstzündern gar bei + 23,8 Prozent.

„Auto Bild“ weist in den eigenen Fahrzeugtests ebenfalls regelmäßig Mehrverbräuche von bis zu 30 Prozent nach, im Vergleich zu den Herstellerangaben.

Und der Münchener Autoclub ADAC bestätigt diese für Autofahrer ärgerlichen Resultate am 15. März 2012 indirekt mit eigenen Testergebnissen für acht Fahrzeuge im Rahmen seines neuen EcoTests. Allerdings lagen Audi A4 2.0 TDI und BMW 328i mit +13 und +14 Prozent mehr Spritverbrauch noch tolerierbar daneben. Offensichtlich ist aber, dass hier ein Fehler im System steckt, der die geschönten Angaben der Hersteller zumindest nicht sanktioniert.

Er trägt den sperrigen Namen MNEFZ. Das steht für Modifizierter Neuer Europäischer Fahrzyklus gemäß Richtlinie 93/116/EWG). Wie der und andere internationale Fahrzyklen funktionieren, und was Experten daran auszusetzen haben, erklären wir für technische Interessierte an anderer Stelle ausführlich. Hier nur soviel: Das 1996 eingeführte und im Jahr 2000 überarbeitete Messverfahren ist hoffnungslos veraltet, hat mit unserem täglichen Fahrverhalten nur sehr wenig zu tun.

Benzinpreise

Durchschnittlicher Preis für einen Liter Superbenzin

in Deutschland von Juli 2011 bis Juli 2012 (in Cent)


So wird es auf dem Rollprüfstand ermittelt, und die Hersteller dürfen mit verbrauchsmindernden Spritsparreifen und Leichtlaufölen tricksen, bei Maximaltempo 120, während so realistische – und den Spritverbrauch steigernde - Verbraucher wie Klimaanlage oder Fahrtlicht ausgeschaltet bleiben.

Laut ADAC schluckt aber beispielsweise ein Auto mit aktivierter Sitz- und Heckscheibenheizung, Beleuchtung und Lüftung auf 100 Kilometern etwa einen halben Liter Kraftstoff zusätzlich. Für Autofahrer heißt das: Gute Tests zu Rate zu ziehen, die die echten Verbräuche nennen, und sich nicht auf die Angaben der Hersteller zu verlassen.

Keine ESP ohne Lederlenkrad
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32 Kommentare zu "Wie die Käufer manipuliert werden: Die großen Tricks der Autobauer"

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  • Dann dürfen Sie sich in die Reihe derer einreihen, die der Argumentation der Autoindustrie auf den Leim gegangen ist. Ich freue mich ungemein darüber, wenn Leute wie Sie diese aufgeblasenen Blecheimer kaufen und auch bezahlen. Das hält die Wirtschaft in Schwung. Ich habe jetzt seit 32 Jahren einen Führerschein, habe noch nie einen Unfall gehabt und habe auch nicht vor, einen zu machen. Ich fahre aber nicht schneckengleich durch die Gegend, sondern vor allem ausgeruht, aufmerksam und ich verlasse mich nicht auf elektronische Helferlein (die ich nicht habe) und rechne ständig mit der Unaufmerksamkeit anderer. Wer Cäpt'n Chaos ist, baut auch mit dem sichersten Auto Unfälle - da kann man nichts machen. Zum Golf GTI: Ich hatte genau so ein 800 kg-Exemplar in den 80ern. Selbst bei Vollgasfahrt hätte ich dieses Teil NIE auf 10 Liter gebracht. Damals bin ich noch deutlich flotter unterwegs gewesen und das Auto hat sich mit 7 Litern zufrieden gegeben, ging aber ab wie Schmidts Katze. Würde man heute in diese "Blechschale" einen ebenso starken (110PS)-Motor einbauen und entsprechend verbrauchsoptimieren, würde ein solches 800kg-Auto genauso viel Spaß machen wie damals, dafür aber nur 4 Liter brauchen. Das würde man hinbekommen. Und ein solches Auto würde ich auch kaufen.

  • Es liegt aber nicht zuletzt auch an den Hersteller-hörigen "Motorjournalisten", die sehr gerne die unglaublich tollen Features der Testwagen herausstellen, aber nicht kritisieren, daß z.B. das Ersatzrad fehlt. Ob das mittlerweile so üblich ist oder nicht - JEDES MAL sollte das erneut kritisiert werden und bei Autos gelobt werden, die es haben. Weiterhin werten diese Journalisten ein Auto meist als "angejahrt" ab, wenn es länger als 3 Jahre auf dem Markt ist, anstatt die Hersteller zu loben, die eben nicht mit jedem neuen Modell das Rad neu erfinden wollen, sondern pflegen, feilen, verbessern. Wenn man sich z.B. die S-Klasse (die WAR noch "klasse") W126 anguckt: diese wurde 12 Jahre lang gebaut und wer eine solche heute hat, freut sich über relativ moderate Ersatzteilkosten, eine fast unkaputtbare Karosserie, ausgereifte Technik. Heute ist es doch so, daß ein Modell schon wieder durch den Nachfolger ersetzt ist, wenn gerade mal die Kinderkrankheiten beseitigt sind. Ich habe mich aus der automobilen Aufrüstung verabschiedet und fahre einen Alt-Mercedes, der keine Wertminderung mehr erfährt, keine elektronischen Mätzchen hat und immer reparierbar bleiben wird.

  • Von einem Autor einer Tageszeitung darf man zumindest etwas mehr Sprachkompetenz erwarten. „SUV’s“ werden selbst von der WORD-Rechtschreibprüfung als grober Fehler erkannt. Außerdem kann es nicht schaden, sich seinen Text noch einmal durchzulesen, bevor man ihn online stellt. Formulierungen wie „die sie nach bestem Wissen und ohne Gewissen ausgenutzt“ würden dann auffallen.

  • @ Qualitätsanmutung

    Kann Ihrem Beitrag 100% zustimmen, denn gerade diese
    Tricksereien mit Marketingwörtern, wie Qualitätsanmutung
    usw. oder Vergleichstests, bei denen z.B. bei einem
    Porsche der Grundpreis genommen wird, aber die Bremsen
    mit Keramik bestückt sind, was locker nochmals plus 15.000 €, aber bei der Bewertung wird halt der Grundpreis
    herangezogen, obwohl das Deutsche Fahrzeug locker
    50.000 € mehr kostet, also viel teurer ist, als das
    voll ausgestattete Vergleichsfahrzeug.

    Kann Ihrem Beitrag also voll und ganz zustimmen, vor
    allem auch was die sogenannten Leistungsdaten betrifft.

    Aber die Welt will halt betrogen werden und wie es
    aussieht, besonders die deutschen Autofahrer.

  • Hmm... sieht mir eigentlich nur nach Schlechtwetter gegen die Auto-Lobby aus, dieser Artikel. Differenzierter Journalismus geht anders, noch ein paar bunte Bildchen und man könnte den Artikel auch in die Bild packen, allerdings hätten die Leser da wohl kaum die Geduld, sich durch 8 "Seiten" zu wühlen. :-)

    Wirkliche neue "Tricks" wurden ja hier nun echt nicht aufgedeckt und jeder der sich nur so halbwegs mit PKWs beschäftigt, wird wohl von diesem Artikel enttäuscht sein.

    Vor allem lassen sich für alle Argumente hier sehr gut nachvollziehbare Gegenargumente finden, z.B: Der Allseits beliebte GTI Vergleich. Klar der neue GTI wiegt fast das doppelte und hat auch die doppelte Leistung. Ist allerdings trotzdem schneller und man darf nicht vergessen, mit diesem Golf I GTI 800kg hatte man auch einen Verbrauch von fast 10L/100km. Der so "schwere" Golf lässt sich locker mit 8L fahren, da lässt sich das mehr an Leistung gut begründen.
    Abschließend stellt sich die Frage: Will man bei einem Unfall lieber in der 800Kg Blechschale sitzen oder im ach so schweren Auto?

  • @ ram, u.a.:
    Mittlerweile entspricht es leider dem "Niveau" vieler hier Kommentierender, den Text nur teilweise gelesen und verstanden zu haben, aber persönlich und ausfallend zu werden, diffamierende Vergleiche heranzuziehen, den Autoren diskreditieren zu wollen, usw. Am meisten sagt das natürlich über die "Gesprächskultur" und das geistige Niveau derer aus, die sich als Verfasser feige hinter Anonymität und Nicknames verschanzen. Wirklich schwach. Bin enttäuscht. Bei Zeit.de ist das Forum doch deutlich gebildeter, und hat mehr drauf als nur trollig rumzuätzen.

  • citius, altius, fortius ... sehr geehrter Herr Frank G. Heide ... so ist das bei in der Welt eben! [...] Wenn Sie was zum Umweltthema Auto beitragen möchten, dass nicht so langweilt, dann zeigen Sie doch mal Statistiken zum Thema wieviel Autos tanken Bleifrei in Bulgarien, Rumänien,Montenegro, Ukraine, Russland,und in China ... usw.. Dann wird Ihnen vielleicht dämmern, dass die Umwelt weniger an den SUV's hierzulande hustet, als an der Realität ausserhalb Kern-Europas und deren Öko/Bio-Wahn, kolportiert stets möglichst noch flacher berichtenden Medien-Schaffenden! +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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  • Wie wäre es mit einem Volkswagen - VW Golf Blue Motion Technologies? Fahrerabhängiger Verbrauch des 1,9 TDI zwischen 4,3 und 4,8 Litern/100 km, maximal 7,5 l/100 km. 122 g Kohlendioxid, Reichweite über 1.100 km mit einer Tankfüllung. Zuverlässig? Scheibenwischerblätter, Scheinwerferlampen bei über 60.000 km. Einfach reinsetzen und fahren.

  • ich brauch ein zuverlässiges und spritsparend fahrzeug, das wenig steuern kostet u. wenig schnick schnack hat, bei zuviel elektronik kann nur viel kaputt gehn, ich bevorzeuge immer noch manuell bedienbare seitenschreiben. wenn ich immer die technischen daten von neuwagen lese kann ich nur ueber die angaben schmunzeln die der hersteller angibt, ein fast 200ps fahrzeug braucht niemals nur 4,5l auf 100km. das ist alles nur schön gerechnet, wie die arbeitslosenquote. wenn man 50km/h fährt dann evtl. aber sonst wird man als verbraucher wirklich nur veräppelt.

  • Wer auf die Werbung herein fällt, ist doch selber schuld!

    Vor fünf Jahren brauchte ich einen neuen Wagen. Also stellte ich ein Pflichtenheft auf: 30.000-40.000 km/a, da gibt es wenig Alternativen zu einem Dieselmotor. Ein Hersteller bekam einen Bonus, weil wir Erfahrungen mit einer preiswerten, zuverlässigen herstellergebundenen Werkstatt (Familienbetrieb) hatten. An Extras wollte ich eine Menge Airbags, ABS usw., Tempomat, elektrisch verstellbare Außenspiegel (mehrere Fahrer), komplett umlegbaren Beifahrersitz und eine einfache Klimaanlage. Die Klimaanlage ist übrigens bei Regen oder im Winter ein Sicherheitsmerkmal, weil man mit ihr die Innenluft entfeuchten kann und so die Scheiben frei bekommt. Dann wollte ich möglichst viel Platz, weil ein umfangreicher Umzug mit diversen Renovierungsarbeiten bevor stand.

    So landeten wir bei der "aufgeblasenen" Variante eines Kleinwagens für 20.000 EUR, die der Hersteller immer noch als Kleinwagen führt. Ich kann aber bis 2,20 m durchladen. Kühlschränke und Waschmaschinen habe ich auch schon damit transportiert.

    Mittlerweile hat der Wagen 170.000 km drauf. Abgesehen von einem defekten Bauteil hatte ich noch keinerlei Probleme damit. Den 55-kW-Motor würde ich mir wohl nicht mehr antun, weil der unter 1800 U/min kaum Drehmoment liefert.

    Je nach Jahreszeit, Stausituation und 70% Autobahnanteil bei typisch 120 km/h brauche ich 4,9-5,3 l Diesel/100 km, macht etwa 0,08 EUR/km. 200.000 km werde ich damit mit großer Sicherheit schaffen, macht 0,10 EUR/km Abschreibung. Das bedeutet Vollkosten von rund 0,25 EUR/km - zugegeben bei überdurchschnittlicher Fahrleistung.

    Kurz: Wer über die hohen Autokosten klagt, ist selber schuld. Oder leistet sich halt "Lifestyle" und zahlt dafür.

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