Wiederauferstehung des Autobauers aus Dülmen
Wiesmann kommt zurück

Moderne Technik unter barocken Retro-Formen: Wiesmann-Sportwagen waren ebenso selten wie leistungsstark. Und sind es wahrscheinlich auch bald wieder.
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Es hatte bereits Gerüchte gegeben, nun ist die Auferstehung der Marke Wiesmann fast beschlossene Sache: Zwei Unternehmer aus Großbritannien kaufen Produktionsanlagen, Werksimmobilie und Schutzrechte des Kleinserienherstellers aus dem westfälischen Dülmen, dem hat die Gläubigerversammlung der insolventen Manufaktur am Mittwoch zugestimmt. Ganz durch ist der Verkauf aber noch nicht; weil ein Gläubiger widersprochen hat, liegt der Fall nun vor Gericht.

Vorbehaltlich einer positiven Entscheidung werden künftig am bisherigen Standort Dülmen nach der Betriebsstillegung 2014 wieder Wiesmann-Sportwagen gebaut. Insgesamt sollen durch den Verkauf der Anlagen, Immobilien und Rechte 5,7 Millionen Euro an die Gläubiger fließen.

Außer der nicht genannten Kaufsumme wollen die Investoren, die Brüder Roheen und Sahir Berry, in den kommenden Jahren einen achtstelligen Betrag in Entwicklung und Produktion investieren, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Neben einer Verbesserung der internen Produktions- und Einkaufsprozesse sollen die Fahrzeuge wesentlich intensiver international vermarktet werden.

Über Jahre galt Wiesmann als Beispiel für einen erfolgreichen Kleinserienhersteller. Seit 1993 baute die Manufaktur edle Sportwagen mit moderner Technik -  unter dem Blech arbeiteten PS-starke BMW-Motoren - und barockem Retro-Design. Seit Gründung des Unternehmens 1988 hat Wiesmann knapp über 1.600 Luxus-Wagen mit den nostalgischen Karosserien ausgeliefert.

Die Preise für die Basisversionen der Coupés und Roadster mit dem Gecko-Logo auf der Motorhaube begannen zuletzt jenseits der 100.000 Euro.

Auch künftig wolle man wieder vorzugsweise auf Antriebstechnik von BMW setzen, heißt es vom Unternehmen. 250 bis 300 Fahrzeuge pro Jahr will die neue Wiesmann Automotive GmbH mittelfristig verkaufen. Um neue Märkte zu erschließen sollen auch rechtsgelenkte Versionen produziert werden, „ein sehr großer Markt, der neben Großbritannien auch weite Teile Asiens und Afrikas, aber auch Australien und Neuseeland beinhaltet“, teilte das Unternehmen mit. Künftig werde es auch wieder Fahrevents für Wiesmann-Fahrer geben, kündigte Roheen Berry an.

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