Wildunfall
Ausweichen ist nicht immer fahrlässig

Wenn Autofahrer einem Fuchs ausweichen, ist das nicht automatisch "grob fahrlässig". Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden (XII ZR 197/05).

Ein Mann hatte einen BMW 318 gemietet und mit der Autovermietung 550 Euro Selbstbehalt für selbstverschuldete Unfälle vereinbart. Für höhere Schäden sollte er nur geradestehen, wenn ihm extremer Leichtsinn nachgewiesen werde. Nach fünf Tagen geschah es: Morgens um vier Uhr wich er auf der Autobahn zwischen Stuttgart und Pforzheim einem Tier aus, nach eigener Aussage "vermutlich ein Fuchs". Beim Ausweichmanöver touchierte er mit 120 Stundenkilometern die Leitplanke, der Schaden am Auto: 8 893 Euro.

Die Autovermietung verlangte die komplette Summe: Da ein Fuchs keinen großen Schaden angerichtet hätte, sei das Manöver unverhältnismäßig und damit "grob fahrlässig" gewesen. Doch der BGH war anderer Ansicht: Wenn Autofahrer nachts mit 120 Stundenkilometern führen und "reflexartig leicht nach rechts" auswichen, wenn ein Tier auf die Straße läuft, sei das kein "unentschuldbares Fehlverhalten".

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