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Winter-Fahrtraining: Gemütlich driften hinter dem Polarkreis

Minus 25 Grad, zugefrorene Seen, eine dicke Schneeschicht auf den Straßen - genau der richtige Ort, um das Fahren am Limit zu lernen. Im finnischen Ivalo bietet Porsche seinen Kunden Fahrtrainings im Grenzbereich an.

von Jürgen Schramek Quelle: MID
Nach kurzer Zeit findet jeder beim Porsche-Training in Ivalo den richtigen Driftwinkel. Quelle: MID
Nach kurzer Zeit findet jeder beim Porsche-Training in Ivalo den richtigen Driftwinkel. Quelle: MID

Ivalo/ FinnlandMinus 25 Grad, zugefrorene Seen, eine dicke Schneeschicht auf den Straßen - genau der richtige Ort, um das Fahren am Limit zu lernen. Rund 300 Kilometer nördlich des Polarkreises, nahe der finnischen Stadt Ivalo, bietet Porsche seinen Kunden ein intensives Fahrtraining im Grenzbereich an.

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Gefahren wird auf heckgetriebenen 911S, dem Allradler 911 4S, Turbos mit Allradantrieb und 368 kW/500 PS, dem mit Mittelmotor und Heckantrieb ausgerüsteten Boxster sowie dem Panamera GTS. Zwei Tage lang kann auf Eis alles gelernt werden, was die Sportwagen aus Stuttgart auch bei extremen Bedingungen leisten. 5.690 Euro ohne Flug müssen die Teilnehmer für so eine viertägige Tour bezahlen. Die Anreise erfolgt am besten mit dem Flugzeug über Helsinki nach Ivalo.

Porsche-Modelle

Ankunft in der Winterlandschaft gegen 15.00 Uhr. Auf dem kleinen Flughafen gibt es keine Passagierbrücken, die einen warm in das Flughafengebäude bringen. Über eine Treppe geht es aus dem Flugzeug auf das Rollfeld. Die strenge Kälte von über Minus 20 Grad geht sofort durch die Kleidung und die trockene Luft reizt zum Husten. Wer Mütze, Handschuhe oder Schal vergessen hat, steht hier auf verlorenem Posten. Mit dem Bus geht es dann in rund 40 Minuten bis zum Hotel durch eine für uns Mitteleuropäer kaum vorstellbare Winterlandschaft mit tief verschneiten Wäldern und schneebedeckten Fahrbahnen. Und auf der kurzen Fahrt zum Hotel wird es schon stockdunkel. Beim Abendessen stellen sich die Verantwortlichen des Trainings vor und geben einen kurzen Ablaufplan für die nächsten Tage.

Schon um acht Uhr geht es am nächsten Tag mit dem Briefing und der Einteilung der Teams weiter. Rund 30 Minuten dauert die Fahrt zur Porsche-Basis. Die Teilnehmer bekommen ihre Fahrzeuge zugeteilt und hinter den einzelnen Instruktoren geht es auf den großen See, der komplett mit einer 80 Zentimeter dicken Eisschicht bedeckt ist. Handlingkurse, Kreisbahnen und Slalomstrecken bereiten permanent die sogenannten "Icemaker" jede Nacht vor.

Alle 40 Minuten werden die Sektionen und die Fahrzeuge beim Porsche Ice Force-Training getauscht. Quelle: MID
Alle 40 Minuten werden die Sektionen und die Fahrzeuge beim Porsche Ice Force-Training getauscht. Quelle: MID

Bis auf die speziellen Nokian-Reifen mit vier Millimeter langen Spikes sind die Fahrzeuge absolut serienmäßig. Die heckangetriebenen Boxster und der 294 kW/400 PS starke 911 S verfügen sogar über sechs Millimeter lange Spikes, 420 Stück pro Reifen. ESP ausschalten, und schon kann es losgehen.

Geführt durch die Instruktoren der Driving Experience kann man nun die Unterschiede zwischen Allrad- und Heckantrieb erfahren und mit beiden Varianten Drifts aufs Eis zaubern. Schnell wird klar: Ist der Allradler erst einmal im richtigen Driftwinkel angekommen, bedarf es viel weniger Lenkeinschlag als beim Hecktriebler, der dafür leichter in die gewünschte Position mit heraushängendem Heck zu bringen ist.

Auf der Kreisbahn lernen die Teilnehmer zunächst, das Gefühl für den kontrollierten Drift zu bekommen. Hier kann nichts außer einem Dreher passieren. Quelle: MID
Auf der Kreisbahn lernen die Teilnehmer zunächst, das Gefühl für den kontrollierten Drift zu bekommen. Hier kann nichts außer einem Dreher passieren. Quelle: MID

Als besonders agil erweist sich dabei der mit Mittelmotor, Heckantrieb und 232 kW/315 PS bestückte Boxster S. Es ist unglaublich, wie schnell er auf Lenkbefehle und Gaswechsel reagiert, fast wie auf trockener Piste. Da zeigt sich die Ausgewogenheit des Konzepts. Allerdings bedarf es schneller Reaktionen des Fahrers, da das Heck schnell zum Ausbrechen neigt. Mit Gefühl am Lenkrad und im Gasfuß lässt er sich Millimeter genau um jede Ecke driften.

Die Allradler bringt der Pilot am einfachsten durch kurzes Einlenken und sofortiges Bremsen zum gewünschten Schwenken des Hecks - und dann nur leichtes Gegenlenken und Gas geben. Instruktoren begleiten die Teilnehmer, die über Funk loben oder Ratschläge für Verbesserungen erteilen. Das meist gehörte Wort war "Gas, Gas, Gas".

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