Winterreifen
Autoverleiher verlangen satte Aufschläge

Auch Mietwagen brauchen bei Eis und Schnee Winterreifen. Die sind im Preis aber nicht enthalten. Die Verleiher lassen sich die speziellen Pneus ordentlich bezahlen.
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Seit gut einer Woche gilt die neue Regelung zur Pflicht von Winterreifen, wenn das Fahrzeug bei Eis und Schnee gefahren wird. Es haftet der Fahrer, nicht der Halter - und es droht ein Bußgeld von 40 Euro. Wer wegen unpassender Reifen den Verkehr blockiert, muss sogar 80 Euro zahlen. Als Winterreifen gelten auch die sogenannten Ganzjahresreifen (M+S).

Die Regelung gilt auch für Mietwagen - und das lassen sich Autoverleiher mit ordentlichen Zuschlägen bezahlen, wie die Stiftung Warentest in einem Schnelltest herausfand. Bis zu knapp 60 Euro Räderzuschlag mussten die Tester für ein Wochenende berappen.

Die Website test.de verglich die Preise bei fünf großen Autovermietern. Alle fünf ließen sich die Winterreifen extra bezahlen. Den höchsten Aufpreis im Schnelltest verlangte Sixt am Berliner Flughafen Tegel für einen Golf VI, der von Freitag 16 Uhr bis Sonntag 18 Uhr gemietet wurde.

Alles in allem waren 203 Euro fällig, wobei der Reifenzuschlag bei 58 Euro lag. Günstigster Anbieter im Testfeld war Europcar: Hier kostete Miete und Satz Winterreifen für dasselbe Modell 159 Euro - inklusive der 40 Euro für die Winterpneus.

Da die neue Regelung nicht generell Winterreifen vorschreibt, sind laut ADAC Autovermieter nicht verpflichtet, ihre Fahrzeuge mit solchen Pneus auszustatten. Allerdings raten Stiftung Warentest und auch die Autoclubs dazu, schon bei der Reservierung des Wagens Winterreifen mitzubuchen. Denn wer bei Eis und Schnee mit Sommerreifen unterwegs ist, muss nicht nur - wenn er erwischt wird - das Bußgeld zahlen, sondern verliert im Fall eines Unfalls womöglich den Kaskoschutz.

Am besten sollte man sich die Mitbuchung der Winterreifen schriftlich bestätigen lassen. Sind dann trotz vorheriger Bestellung Sommerreifen auf den Felgen, kann der Kunde die Annahme des Wagens verweigern.

Kommentare zu " Winterreifen: Autoverleiher verlangen satte Aufschläge"

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  • Möglicherweise ist die Auskunft des ADAC bzgl. der Mitverantwortlichkeit des Halters für die Verkehrssicherheit des vermieteten Fahrzeugs bei den gegenwärtigen Witterungsverhältnissen deutlich zu kurz gegriffen.

  • nicht nur die Autovermieterlobby, vor allem die großen Konzerne verbieten der Politik da ernsthafte Vorschriften.
    So hat z.b. Schlecker seine Flotte noch nie mit Winterreifen ausgerüstet.
    Für das finanzielle Risiko haben die Versicherungen und die Risiken für das Leben der Fahrer und übrigen Verkehrsteilnehmer interessiert sich hierzulande kein Mensch.
    Wen stört es, wenns Unfälle gibt oder gar Tote? Die Kosten für das Ausrüsten der Fahrzeugflotten mit Winterreifen würden die gewinne schmälern, und das lassen die Konzerne nicht zu.

  • Die wirklichen Kosten für die Autovermieter liegen im wechseln der Reifen und dem saisonalen Einlagern.

    Das ist pro Jahr mit 60 Euro möglich. Verlangt wird aber eine Tagesgebühr von 12 bis 15 Euro plus MwSt.

    Der Ärger liegt in der Höhe der geforderten Gebühr.

    Eine Tages-Gebühr von meinetwegen 5 Euro verstehe ich jederzeit - die sollen auch verdienen dürfen.

    Und gefragt, warum die Winterreifen nicht einfach vom 1.11. bis 30.03. zwingende Vorschrift sind:
    Da vermute ich die Autovermieter-Lobby.

    Und auch der ADAC, der ja selbst eine "Mietwagen-Vermittlung" betreibt, gibt sich hier juristisch ganz auf der Höhe der Zeit:

    Dass Gebühren verlangt werden dürfen, hat er wunderschön begründet. Zur Höhe fand ich in der Antwort auf meine Anfrage keine Aussage.

    Da bleibt dann nur noch der Verbraucherschutz und der Wucher-Paragraph.

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