„Wir müssen den Cayenne noch mal erfinden“
Porsche will vierte Baureihe allein bauen

Seit Monaten treiben beim Sportwagenhersteller Porsche die Aussichten auf eine mögliche vierte Baureihe den Aktienkurs. Noch lehnt man sich bei Porsche zufrieden zurück und lässt die Gerüchte köcheln.

HB STUTTGART. Erst zur Automobilausstellung IAA in Frankfurt Mitte September will sich der Stuttgarter Autobauer erklären. Doch intern stehen die Ampeln für die Erweiterung der Modellpalette längst auf Grün. Voraussichtlich entwickelt und baut Porsche das neue Modell im Alleingang.

„Die vierte Baureihe kommt“, sagt ein mit der Situation vertrauter Manager aus der Branche. „Porsche würden sein Gesicht verlieren, wenn die vierte Baureihe nicht auf dem Markt kommt.“ Seit mehr als drei Jahren steht das Thema auf der Tagesordnung des Vorstands, ein ums andere Mal hatte Vorstandschef Wendelin Wiedeking die Entscheidung für oder gegen eine weitere Baureihe vertagt - zuletzt auf diesen Sommer.

„Wir müssen den Cayenne noch mal erfinden“

Für Porsche geht es bei der vierten Baureihe um viel Geld und die Sicherung des steilen Wachstums. Die Anforderungen an das Modell sind entsprechend hoch: „Wir müssen noch einmal ein Fahrzeug wie den Cayenne erfinden“, umreißt ein Porsche-Manager die großen Erwartungen. Der gemeinsam mit Volkswagen entwickelte Geländewagen ist seit seinem Start Ende 2002 der Verkaufsschlager im Hause Porsche. Die Nachfrage ist ungebrochen, in Saudi-Arabien und Lateinamerika zieht sie noch einmal kräftig an. Die Produktion für das bei VW im slowakischen Bratislava vorgefertigte und bei Porsche in Leipzig endmontierte Fahrzeug läuft an der Kapazitätsgrenze von rund 41.000 Stück pro Jahr.

Das ist rund die Hälfte der für das Ende Juni auslaufende Geschäftsjahr mit der bestehenden Modellpalette angepeilten mehr als 80.000 Stück. Bis 2008 sollen 100.000 Cayenne, Boxster und 911 im Jahr verkauft werden.

An diesen Erfolg will Porsche-Lenker Wiedeking anknüpfen. Doch zunächst wird die Entwicklung des neuen Modells hohe Summen verschlingen, Verkaufserlöse fließen erst 2009. Finanziell kann sich Porsche das aber inzwischen leisten, steht der Konzern doch bedeutend besser da als zum Zeitpunkt der Entscheidung für den Bau des Cayenne 1997. Rund 85 Millionen Euro verdiente Porsche damals vor Steuern - im vergangenen Geschäftsjahr waren es mehr als eine Milliarde Euro. Für dieses Geschäftsjahr rechnen die Analysten mit einem erneuten Anstieg um 13,5 Prozent auf das Rekordniveau von 1,24 Milliarden Euro.

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