Wo steht das Auto?: Parken 2.0

Wo steht das Auto?
Parken 2.0

Kunde, ich sag Dir, wo Dein Auto steht: Weil es mit dem autonomen Parken noch ein bisschen dauert, rüsten neben den Autoherstellern auch die Parkhäuser auf. Und kämpfen mit Hightech gegen die Vergesslichkeit.
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Was für ein Tag! Schwer mit Tüten bepackt kommt die junge Dame von ihrem Einkaufsbummel auf der 3rd Street in Santa Monica zurück ins Parkhaus der noblen Mall am Ende der Fußgängerzone und strahlt angesichts der vielen Schnäppchen über alle Backen – bis sie überlegt, wo verdammt noch mal ihr Auto steht. Denn vor lauter Shoppen und Schwatzen, vor Anprobieren und Auswählen hat sie glatt den Parkplatz vergessen und weiß nicht einmal mehr die Etage.

In jedem anderen Parkhaus hätte sie jetzt endlos latschen und suchen müssen und sich garantiert ein paar Blasen in den neuen Schuhen gelaufen. Doch in Santa Monica kämpft man mit Hightech gegen Vergesslichkeit und hat deshalb neben dem Kassenautomaten einen großen Touchscreen aufgehängt, der um die Eingabe des Autokennzeichens bittet.

Schon drei Ziffern oder Buchstaben genügen, dann erscheint auf dem Bildschirm eine Fahrzeugauswahl. Und wer dort auf seinen Wagen klickt, der sieht drei Sekunden später eine Art Landkarte und eine Wegbeschreibung, die ihn zum eigenen Wagen führt – und zwar ganz ohne Suche.

„Find Your Car“ heißt das System, das vor drei Jahren als Weltpremiere im „Santa Monica Place“ montiert wurde. Dafür hat der Parkhausbetreiber sein Gebäude mit hunderten von Kameras ausgestattet, die an der Decke über den Fahrspuren montiert sind: Ein Videoauge für zwei Parkplätze, zwei Kameras Rücken an Rücken für eine Montageeinheit, dazu noch die Überwachung von Eingang und Auffahrten – da kommt einiges an Elektronik zusammen. Kein Wunder, dass die Ausrüstung nach Angaben der Betreiber einen hohen sechsstelligen Dollarbetrag verschlungen hat.

Dabei geht es freilich nicht allein um den Kampf gegen das Vergessen: „Find Your Car ist zwar buchstäblich ein smartes Feature, aber natürlich nicht der zentrale Focus der Hightech-Ausstattung“, erläutert Jonathan Chin vom Systemlieferanten Park Assist in New York.

Ihm geht es vor allem um ein möglichst effizientes Parkraum-Management: Weil der zentrale Rechner jeden freien und jeden besetzten Platz kennt, können die Gäste frühzeitig informiert und geleitet werden: Nicht nur an der Einfahrt, sondern an beinahe jeder Abzweigung wird die Zahl der jeweils verfügbaren Stellplätze angezeigt, und an der Decke über den Parkreihen sieht man bunte Lichter, die einen leiten sollen. „Rot“ heißt voll, „grün“ markiert einen freien Stellplatz und „blau“ zum Beispiel einen für Behinderte.

Das reduziert den Suchverkehr im Parkhaus, erhöht die Auslastung um bis zu zehn Prozent und kann Lärm, Emissionen und Spritverbrauch mehr als halbieren, rechnet Chin vor. Außerdem steigen die Kundenzufriedenheit und mit ihr die Umsätze des Parkhausbetreibers. „Natürlich ist das nicht neu“, räumt der Produktmanager ein.

Und im Grunde braucht man dafür auch keine Kameras, sondern kann das auch mit den gleichen Sensoren überwachen, wie sie die Autoindustrie für ihre Parkpiepser benutzt. Doch das ist den Amerikanern zu unpräzise. „Denn es ist doch nichts frustrierender, als einem freien Parkplatz hinterher zu jagen, der am Ende doch besetzt ist“, sagt Chin.

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